Sloweniens Premier Rop als EU-Kommissionspräsident im Gespräch

16. Jänner 2004, 19:18
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Europäische Liberale, drittgrößte Fraktion im Europaparlament, will Rop ins Rennen bringen

Laibach/Brüssel - Die Europäischen Liberalen (ELDR) haben den slowenischen Ministerpräsidenten Anton Rop (42) für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten ins Gespräch gebracht. Gegenüber der slowenischen Nachrichtenagentur STA sagte der Fraktionschef der ELDR im Europaparlament, Graham Watson, am gestrigen Mittwoch, Rop sei einer der Kandidaten der Liberalen für diesen Posten. Die ELDR ist drittgrößte Fraktion im Europaparlament. Drei Regierungen in der EU der 25 werden von liberalen Ministerpräsidenten geführt, an fünf Regierungen der zehn Beitrittsländer sind liberale Parteien beteiligt.

Liberale Komissäre aus Beitrittsländern gewünscht

"Wir haben die Regierungen der Beitrittsländer aufgefordert: Schickt uns liberale Kommissäre", sagte Watson gegenüber der STA. Er hoffe, dass auch der slowenische Kommissär ein "privilegiertes Verhältnis" mit den Liberalen im Europaparlament haben werde. Als Fixstarter für den Posten des slowenischen EU-Kommissärs galt bisher Europaminister Janez Potocnik, der aber nicht der Liberaldemokratischen Partei Sloweniens (LDS) von Rop angehört. Viele LDS-Politiker, darunter auch Außenminister Dimitrij Rupel, würden lieber selbst das Amt des slowenischen EU-Kommissärs übernehmen. Rop hat EU-Kommissionspräsident Romano Prodi bereits im Jänner eine Kandidatenliste übermittelt, über deren Inhalt jedoch Stillschweigen vereinbart worden sei.

Rop hat Premiers-Posten erst im Dezember 2002 übernommen

LDS-Abgeordneter Jelko Kacin sagte dazu, "dass Rop dieser Herausforderung sicher gewachsen wäre". Er gab zu bedenken, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für den Gang Rops nach Brüssel sei. Der frühere Finanzminister Rop hatte erst im Dezember 2002 die Führung der slowenischen Regierung übernommen und hätte im Herbst dieses Jahres seine ersten Parlamentswahlen als Ministerpräsident und LDS-Chef in Slowenien zu schlagen.

Auch Schüssel gehört zu den oft genannten Kandidaten

Unter den des Öfteren genannten Kandidaten für die Nachfolge von Kommissionspräsident Romano Prodi befindet sich der frühere Ministerpräsident Belgiens, Jean-Luc Dehaene sowie die Regierungschefs von Luxemburg, Jean-Claude Juncker, und Österreich, Wolfgang Schüssel. Sie gehören alle der Europäischen Volkspartei (EVP) an, die derzeit die meisten EU-Abgeordneten stellt. (APA)

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    Anton Rop beim Besuch des Terrakotta Krieger Museum in Xian, China.

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