Nagl tut sich schwer mit der Homosexualität

16. Jänner 2004, 18:32
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Grazer Gemeinderat distanziert sich von VP-Bürgermeister, der "die Familie, nicht die Homosexualität fördern" will

Graz - Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) brach am Donnerstagvormittag noch per Presseaussendung eine Lanze für den Verein "Kameradschaft vom Edelweiß", der bis vor kurzem via Homepage zu Jubelfeiern für hochrangige Exnazis einlud.

Am Nachmittag stand er dann im Gemeinderat wegen seiner vorweihnachtlichen Aussagen über Homosexuelle unter Beschuss. In einem dringlichen Antrag der Grünen distanzierte sich die Mehrheit des Gemeinderats (KP, SP und Grüne) von Nagls Frage nach der "Normalität gleichgeschlechtlicher Beziehungen". Nagl hatte im Dezember gesagt, er wolle "die Familie, nicht Homosexualität fördern". Etwas zu tolerieren hieße nicht, es zu fördern.

Mehr als Toleranz übt der 40-jährige Bürgermeister aber gegenüber den Kameraden vom Edelweiß. Während er den Ehrenschutz für eine Veranstaltung zum Thema "Homosexualität und Glaube" abgelehnt hatte, will er besagtem Verein die Berechtigung zur Verwendung des Grazer Stadtwappens verleihen. Die Grazer Grünen wollen dies verhindern, um den Verein überprüfen zu können. (cms/DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2004)

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    Der Grazer VP-Bürgermeister Nagl: "Der Glaube könnte vielleicht für diese Menschen dazu führen, dass sie mit dieser Form des Zusammenlebens aufhören."

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