Pakistan: Elf Verletzte bei Anschlag in Karachi

17. Jänner 2004, 16:44
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Sprengsatz detonierte in der Nähe einer christlichen Kirche - Zunächst Schaulustige durch Granatenexplosionen angelockt

Karachi - Bei einem Autobombenanschlag in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi sind am Donnerstag mindestens elf Menschen verletzt worden. Zudem sei ein Dutzend Fahrzeuge zerstört worden, als der Sprengsatz in der Nähe einer christlichen Kirche explodiert sei, sagte der für die Region zuständige Polizeichef Asad Ashraf. Auch die Außenmauer einer christlichen Bibliothek, die ebenfalls in dem belebten Innenstadtviertel Saddar liegt, sei beschädigt worden. Nach Polizeiangaben hatten zuvor zwei Männer von einem Motorrad aus eine Handgranate auf die Kirche geworfen und dadurch zahlreiche Schaulustige angelockt.

"Zeitlich so geplant, um größtmöglichen Schaden anzurichten"

Die Explosion der Autobombe sei zeitlich so geplant gewesen, um "größtmöglichen Schaden" anzurichten, sagte ein ranghoher Polizeibeamter. Nachdem die beiden Männer auf dem Motorrad "irgendetwas" geworfen hätten, habe es eine Explosion gegeben, sagte der Polizist Irshad Sehar. "Nach der ersten Explosion sind wir nach draußen gelaufen, um zu sehen, was passiert ist", sagte der Bibliotheksmitarbeiter Alfred Fredericks. Dabei habe er wenige Minuten später "ein Auto in einer großen Explosion in die Luft fliegen" sehen.

Polizei: Keiner der Verletzten in Lebensgefahr

"Als wir auf dem Gelände standen, hörten wir mit einem Mal einen lauten Knall. Splitter flogen in die Menge, Menschen wurden verletzt und gerieten in Panik", berichtete der Leiter der Bibliothek, Shaseb Shamun. Unter den Verletzten waren ein Polizist und mehrere Menschen aus der Kirche, die nach der ersten Explosion ebenfalls nach draußen gelaufen waren. Keiner von ihnen war laut Polizei in Lebensgefahr. "Die Polizisten und Angestellten haben Glück gehabt, dass sie nicht ganz in der Nähe des präparierten Autos standen, sonst hätte die Opferzahl höher sein können", sagte der ranghohe Polizeibeamte.

Im September 2002 waren sieben christliche Wohlfahrts-Mitarbeiter in ihrem Büro in Karachi erschossen worden. Im März 2002 tötete ein Selbstmordattentäter bei einem Angriff auf eine Kirche in der Hauptstadt Islamabad sechs Menschen. (APA)

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