Breite Kritik um neues Tierschutzgesetz

20. Jänner 2004, 10:10
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Entwurf erlaube alle möglichen Formen von Tierquälereien

Wien - Kaum wurde der Verordnungsentwurf zum Tierschutzgesetz vorgelegt, schon gibt es Kritik daran. Sowohl die Grünen als auch die FPÖ taten am Donnerstag einige Forderungen für das neue Gesetz kund. Hauptkritikpunkt war, dass nicht jeweils die beste Tierschutzbestimmung eines Bundeslandes vereinheitlicht wurde.

Entwurf erlaube Tierquälereien

"Die ohnehin schon niedrigen Erwartungen wurden noch deutlich unterschritten", sagte Brigid Weinzinger, Tierschutzsprechin der Grünen. Denn dieser Entwurf erlaube weiterhin alle möglichen Formen von Tierquälereien. Sie nannte in diesem Zusammenhang die Käfighaltung von Legehennen, das schmerzhaftes Kastrieren von Ferkeln ohne Betäubung sowie das Kupieren von Schwänzen und Schnäbeln. Stachelhalsbänder und Elektroschockgeräte sollen bei der Ausbildung von Diensthunden weiterhin erlaubt sein.

Rückschritt

Die Grünen stehen dem Entwurf, der sich nicht am Prinzip "best of nine" orientiere, also nicht an der jeweils besten Tierschutzbestimmung eines Bundeslandes, kritisch gegenüber. Für einige Bundesländer bedeute das einen Rückschritt. Die Grünen nennen in diesem Zusammenhang das Beispiel Legehennenverbot, das in fünf Bundesländern gelte.

Sowohl Grüne als auch die FPÖ wollen eine ausreichende Regelung der Kontroll- und Strafmöglichkeiten. Die FPÖ könne sich zudem einen Ombudsmann vorstellen, an den etwaige Beschwerden ergehen. "Wir brauchen einen bissigen Ombudsmann, anstatt einen zahnlosen Beirat", sagte Bleckmann. " (APA)

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