Zukunftssichere Festspiele Reichenau

23. Jänner 2004, 12:26
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Programm für 2004 mit vier Neuinszenierungen vorgestellt, hundertprozentige Auslastung erwartet

Wien - Johann Nestroys "Der Talisman", Stefan Zweigs "Schachnovelle", Anton Tschechows "Der Kirschgarten" und Arthur Schnitzlers "Das weite Land": Das sind die vier Neuinszenierungen der Festspiele Reichenau im Sommer 2004. Peter und Renate Loidolt, Intendant bzw. Direktorin, stellten das aktuelle Programm am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien vor und präsentierten auch einen Ausblick auf Vorhaben der kommenden Jahre.

Insgesamt 100 Vorstellungen gehen heuer zwischen 3. Juli und 10. August über die Bühnen des Theaters Reichenau sowie des Südbahnhotels am Semmering. Rund 36.000 Besucher werden erwartet, mit hundertprozentiger Auslastung darf erfahrungsgemäß gerechnet werden. Intendant Loidolt sieht die Obergrenze in der Kapazität der Festspiele erreicht und setzt dezidiert auf "Qualität statt Ausweitung".

Den Premierenreigen eröffnet am 3. Juli Nestroys "Talisman" in der Inszenierung von Michael Gampe. In den Hauptrollen wirken u.a. Nicholas Ofczarek, Sylvia Lukan, Michael Dangl und Maria Köstlinger mit. Am 8. Juli folgt die Erstaufführung der von Helmut Peschina dramatisierten "Schachnovelle" von Stefan Zweig. Unter der Regie von Helmut Wiesner, der viele aktuelle Bezüge im Stoff sieht, spielen u.a. Joseph Lorenz, Jürgen Maurer, Therese Lohner und Toni Böhm.

Schnitzlers "Das weite Land" im Südbahnhotel bietet u.a. ein Wiedersehen mit Herbert Föttinger, Petra Morzé, Marianne Nentwich und Wolfgang Hübsch. Beverly Blankenship hat die Regie übernommen. Das zum Großteil im Südbahnhotel entstandene Stück wird somit "de facto am Originalschauplatz" (Loidolt) aufgeführt. Premiere ist am 9. Juli. Maria Happels erste große Regiearbeit ist ab 15. Juli in Reichenau zu sehen. In Tschechows "Kirschgarten" agieren u.a. Kitty Speiser, Stefanie Dvorak, Regina Fritsch und Peter Matic.

Eine echte Premiere bildet auch der Start des neuen Programms "Lacherfolge" von Otto Schenk und Helmuth Lohner am 4. Juli. Klavierkonzerte mit Rudolf Buchbinder (25. Juli) und Oleg Maisenberg (1. August) runden das diesjährige Reichenauer Festspielangebot in bewährter Weise ab.

Für 2005 kündigte Intendant Loidolt eine von Helmut Peschina erarbeitete Bühnenfassung von Joseph Roths "Radetzkymarsch" im Südbahnhotel an. Loidolt kann sich an diesem Spielort für die nächsten Jahre auch Dramatisierungen von Doderers "Strudlhofstiege", Kafkas "Schloss" oder "Prozess" und auch wieder "Die letzten Tage der Menschheit" (Kraus) vorstellen. Das Südbahnhotel, das sich nach wie vor in deutschem Privatbesitz befindet, steht den Festspielen Reichenau auf jeden Fall bis 2006 als Spielstätte zur Verfügung. Loidolt geht davon aus, dass sich daran auch nach 2006 nichts ändern wird. Falls doch, wäre das "eine Kulturschande", so der Intendant.

Als weitere Produktionsvorhaben für Reichenau nannte Loidolt Schnitzlers "Der Weg ins Freie" in einer Dramatisierung von Hermann Beil, Werfels "Jakobowsky und der Oberst" unter der Regie von Emmy Werner und Thomas Bernhards "Alte Meister". (APA)

Festspiele Reichenau 2004

Spielplan unter festspiele- reichenau.com abrufbar, Kartenverkauf ab 1. März

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