Lokalaugenschein am Mönchsberg

19. Jänner 2004, 23:23
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Neues Salzburger Museum nähert sich Fertigstellung - Verschiebung der Eröffnung auf Oktober - Matteo Thun gestaltet Restaurant

Salzburg - Einen wenig charismatischen, dafür pragmatischen Eindruck erweckte das Museum auf dem Mönchsberg (MaM) in Salzburg rund ein halbes Jahr vor der Eröffnung bei einem Lokalaugenschein der Austria Presse Agentur.

Sichtbeton, Glas und digitale Info-Tafeln im Eingangsbereich werden prägenden Materialien sein. Der Designer Matteo Thun wird das Restaurant (Betreiber soll in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden, Anm.) künstlerisch gestalten, das Design im Eingangsbereich soll von Ecke Bonk beigesteuert werden - der Entwurf einer das Foyer und den Museumsbereich trennenden Brandschutztüre kommt von Sarah Morris.

Auf einer Ausstellungsfläche von 2.300 Quadratmetern können mehrere Ausstellungen gleichzeitig auf drei Ebenen präsentiert werden - bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen: Die unterste Ebene wird ausschließlich künstlich beleuchtet. Die mittlere Ebene wird sowohl künstlich als auch natürlich ausgeleuchtet, die oberste soll vom Tageslicht geprägt sein, das durch die Dachflächenfenster hereinfluten wird. Zwei über alle Stockwerke reichende Durchbrüche lockern die Architektur auf, schaffen Verbindungen zwischen den Etagen und geben nutz- und gestaltbare Durchblicke frei.

Museumschefin Agnes Husslein verwies zudem auf den Museum-Shop, in dem "nicht nur Kunstdesign, sondern auch hochwertige Kunstbücher verkauft werden sollen". Der Wasserturm neben dem neuen Gebäude gehört der Stadt, bleibt - vorerst - aber ungenutzt. "Ich hätte Sponsoren, um in diesem Gebäude Kunstvermittlung zu betreiben und ein Atelier einzurichten. Aber Mitterdorfer (der für Liegenschaften zuständige Vizebürgermeister Siegfried Mitterdorfer (F), Anm.) sagte, es gebe momentan kein Geld für die Renovierung."

Fertig werden soll das MaM heuer im Sommer, der Übergabetermin hat sich laut Bauleitung von ursprünglich April auf Ende Juni 2004 verschoben. Die Eröffnungsausstellung "Vision einer Sammlung" wird daher nicht ab Mai, sondern ab 23. Oktober 2004 zu sehen sein. Die Sommermonate will Husslein nutzen, um das Haus selbst zu präsentieren - es soll "wenn ich es finanzieren kann, innen und außen in Licht getaucht werden", erläuterte Husslein. Die Ausstellung "Le grand spectacle" - ursprünglich als Eröffnungsausstellung geplant - wird auf das Jahr 2005 verschoben. (APA)

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    Direktorin Agnes Husslein im Rahmen einer Besichtigung der Bauarbeiten.

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