Internet Explorer verletzt Eolas-Patent

25. Jänner 2004, 16:20
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Richter bestätigte Ersturteil gegen Microsoft - Negative Auswirkungen auf das Internet befürchtet

Ein Bezirksrichter in Chicago hat am Mittwoch das Erst-Urteil im Patentstreit zwischen Eolas und Microsoft bestätigt. Richter James Zagel kam zu dem Schluss, dass Microsoft mit seinem Internet Explorer die Rechte von Eolas verletzen würde. Experten erwarten nun negative Auswirkungen auf das gesamte Internet und Änderungen in den Produkten anderer Softwarehersteller.

Trotz Änderungen

Der Richter sah keinen Grund das Urteil vom August des Vorjahres aufzuheben, obwohl Microsoft Änderungen in seiner Browser-Software durchgeführt hatte beziehungsweise noch durchführen wollte. Ein Teil der Entscheidung des Richters ist nun, dass Micrsoft keinerlei Versionen, die die beanstandete Technologie enthalten sollen, mehr verbreiten darf. Laut einem Bericht von CNet wird erwrtet, dass Microsoft umgehend Berufung anmelden wird.

Die Auswirkungen auf das Internet

Der Rechtsstreit in dem es um eine Schadenersatzsumme von rund 512 Millionen Dollar gehen soll, scheint zwar noch nicht beendet, doch sehen viele Experten nun Probleme für Web-Entwickler. Diese hatten schon im August ihre Bedenken geäußert und eine Änderung der grundlegenden Web-Funktionen in ihren Produkten befürchtet. Das Eolas-Patent umfasst jene Technologie, die benötigt wird, um seperate Applikationen, so etwa den Media Player oder ein Dokumentenbetrachtungs-Programm, innerhalb einer Webseite aufzurufen.

Noch keine Lösung in Sicht

Seit dem Sommer des Vorjahres haben sich – auch Microsoft-kritische – Unternehmen und Gruppierungen zusammen gefunden um eine Gegenstrategie zum Eolas-atent zu finden. Das US Patentamt wurde angerufen, um Eolas die Rechte zu entziehen (der WebStandard berichtete). Auch der Softwarekonzern ging davon aus, das Patentamt würde einlenken. Microsoft veröfentlichte zudem eine Version des Internet Explorer, die versucht die Eolas-Patente zu umgehen.

30 Tage

Microsoft hat nun 30 Tage Zeit um die Forderungen des Gerichts zu erfüllen. Neben dem Stop der Verbreitung beanstandeter Internet Explorer-Versionen soll Microsoft vorab auch 45 Millionen Dollar zahlen.(red)

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