EU-Automarkt schrumpfte 2003 weiter

25. Jänner 2004, 17:39
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Österreichischer Markt legte dagegen um sieben Prozent zu - Amerikanische und europäische Hersteller mussten Federn lassen, asiatische Autos waren dafür umso begehrter

Brüssel/Wien - Der EU-Automarkt hat im vergangenen Jahr noch kaum Anzeichen einer Trendwende zum besseren erkennen lassen: Die Zahl der Neuanmeldungen von Pkw/Kombis ist im vergangenen Jahr EU-weit um 1,1 Prozent auf 13,85 Millionen geschrumpft, teilte der Verband der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) am Donnerstag in Brüssel mit. Damit hat sich gegenüber 2002 der Rückgang zwar verringert, aber die rückläufigen Dezemberzahlen verraten: Die konjunkturelle Trendwende ist noch nicht da. Der österreichische Markt legte dagegen um satte 7,6 Prozent auf 300.714 Neuanmeldungen zu.

Die Händler in der Alpenrepublik konnten sich damit über das zweitstärkste Geschäft in der Union freuen. Nur Finnland hatte 2003 mit einem Plus von 26 Prozent die Nase vorne. Im Inland übersprangen die Neuzulassungen 2003 nach den vorläufigen Zahlen der ACEA die 300.000er-Marke (300.174 Stück/+ 7,6 Prozent).Dies ist der beste Wert seit dem Jahr 2000. Offiziell werden die österreichischen Zahlen erst morgen, Freitag, vorgestellt.

Deutschland: Verkäufe rückgängig

Den stärksten Einbruch hatten EU-weit die Portugiesen (-16 Prozent) und Dänen (-14 Prozent) zu verzeichnen. Der auch für die österreichische Zulieferindustrie wichtige deutsche Markt ging geringfügig, um 0,5 Prozent zurück (3,25 Mio. Neuzulassungen).

Nach Herstellern bzw. dessen Herkunftsländern hat 2003 eine Rückkehr der zuletzt stark unter Druck gekommenen Asiaten gebracht. Die japanischen Marken konnten um neun Prozent, die Koreaner gar um 19,5 Prozent zulegen. Die europäischen und amerikanischen Hersteller mussten mit Ausnahme von BMW Rückgänge hinnehmen. Der angeschlagene italienische Autokonzern Fiat verlor 10,2 Prozent. Der größte europäische Autobauer, die VW-Group, meldete mit 2,6 Mio. Neuzulassungen ein Minus von 2,5 Prozent, was in etwa auch den Rückgängen bei DaimlerChrysler entspricht. Verloren haben europaweit auch die französischen Konzerne PSA (Peugeot, Citroen) und Renault.

Eher enttäuschend hat sich der EU-Markt im letzten Monat des vergangenen Jahrs entwickelt, die Neuzulassungen sanken im Dezember um 1,9 Prozent. Österreich meldete ein Plus von 30 Prozent. Dies sei aber weitgehend auf "kosmetische Maßnahmen" der heimischen Autohändler zum Jahresausklang zurückzuführen, hatte Felix Clary, Sprecher der heimischen Autoimporteure noch am Mittwoch erläutert.(APA)

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    Die Zahl der Neuanmeldungen von Pkw/Kombis ist im vergangenen Jahr EU-weit um 1,1 Prozent auf 13,85 Millionen geschrumpft.

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