Da waren's nur noch acht

20. Jänner 2004, 10:30
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Kandidatenkür der Demokraten: Moseley Braun wirft Handtuch und unterstützt Howard Dean - Derzeitiger Favorit lässt in Umfragen nach

Des Moines/Washington - Bei der Kandidatenkür der Demokraten für die Wahl des nächsten US-Präsidenten im November ist die einzige Frau aus dem Rennen: Die frühere Senatorin Carol Moseley Braun warf am Mittwoch freiwillig das Handtuch und unterstützt nun den derzeit aussichtsreichsten Bewerber, Howard Dean. Somit sind insgesamt noch acht Männer im Rennen. Dean zollte der Entscheidung Respekt und sagte: "Das wird uns eine große Hilfe sein."

Kennedy zieht für Kerry in den Wahlkampf

Der demokratische Senator Edward (Ted) Kennedy zieht unterdessen für den demokratischen Senator John Kerry in den Wahlkampf und kritisierte US-Präsident George W. Bush und die Republikaner wegen des Irak-Krieges scharf. Die Politik der Regierung Bush und der republikanischen Mehrheit im Kongress gefährde die Vereinigten Staaten, sagte der Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy am Mittwoch in Washington. Die Verantwortlichen im Weißen Haus seien von einer "Ideologie um jeden Preis" geleitet und gingen dabei so weit, "die Wahrheit zu verzerren". Wenn der US-Kongress und das amerikanische Volk die Wahrheit gewusst hätten, "wäre Amerika niemals in den Krieg" gegen den Irak gezogen, sagte Kennedy.

Die "Achse des Krieges"

Vizepräsident Dick Cheney, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und dessen Stellvertreter Paul Wolfowitz nannte der Senator "die Achse des Krieges" - in Anlehnung an die "Achse des Bösen", zu der Bush den Iran, den Irak und Nordkorea gezählt hatte. "Die schwerwiegendste Folge des ungerechtfertigten und unnützen Krieges im Irak ist es, dass der Krieg gegen den Terrorismus nun schwieriger zu gewinnen ist", sagte Kennedy. "Kein Präsident, der dies dem von uns geliebten Land angetan hat, verdient es, wiedergewählt zu werden."

Dean büßt in Umfragen vor US-Vorwahlen an Zustimmung ein Der Favorit der demokratischen Bewerber um die Präsidentschaftswahl in den USA, Howard Dean, hat in einer Umfrage zur Vorwahl im Bundesstaat Iowa erstmals seit Wochen seine Spitzenposition eingebüßt: US-Senator John Kerry aus Massachusetts lag laut der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Zogby mit 22 Prozent Zustimmung vor Dean, der ebenso wie Dick Gephardt auf 21 Prozent kam. Senator John Edwards aus North Carolina erhielt in der Umfrage die Zustimmung von 17 Prozent der Befragten. Anfang der Woche hatte Dean noch elf Prozentpunkte vor Kerry gelegen.

Auch in New Hampshire erlitt Dean in einer Umfrage Einbußen, führt aber weiterhin das Feld klar an. Eine vom 11. bis 13. Jänner vorgenommene Befragung des Instituts American Research Group zeigt Dean bei 32 Prozent; Ex-General Wesley Clark lag dagegen bei 22 Prozent, Kerry bei 13 Prozent und Joseph Lieberman bei neun Prozent. Damit schrumpfte Deans Vorsprung um sieben Prozentpunkte: In einer zwei Tage zuvor veröffentlichten Umfrage hatten sich noch 36 Prozent der Befragten für den Ex-Gouverneur aus Vermont ausgesprochen, für Clark dagegen nur 19 Prozent. (APA)

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    US-Senator Ted Kennedy unterstützt den demokratischen Präsidentschaftskandidat John Kerry.

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    Von diesem Traum hat sich Carol Moseley Braun schon verabschiedet: Die frühere Senatorin Carol Moseley Braun warf freiwillig das Handtuch und unterstützt nun Howard Dean. Damit sind nur noch Männer im Rennen.

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