Kosmetik à la Käseschmiere

19. Jänner 2004, 18:07
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Substanz, die Babys bei der Geburt schützend umhüllt, analysiert - als Vorbild für Hautpflegemittel

London - Die schützende "Käseschmiere", wie sie Babys bei der Geburt am ganzen Körper überzieht, steht Modell für eine neuartige Hautcreme. Gleich mehrere Forscherteams arbeiten daran, die besondere Zusammensetzung der weißlichen Schmiere, auch Vernix genannt, zu analysieren und dann Hautpflegemittel nach diesem Vorbild zu entwickeln.

Überraschenderweise enthalte die Vernix mit 80 Prozent einen sehr hohen Wasseranteil, berichtet Hautärztin Marty Visscher vom Cincinnati Kinderhospital im US-Bundesstaat Ohio dem Fachmagazin "New Scientist". Hinzu kämen Fett und Proteine. Auch der Anteil an entzündungshemmendem Vitamin E ist einer weiteren Studie zufolge sehr hoch.

Nutzen

Vor allem ganz kleinen Frühgeborenen könnte eine solche synthetisch erzeugte Käseschmiere bei der oft noch nicht abgeschlossenen Hautentwicklung helfen, sagte auch Christoph Bührer von der Berliner Charite. Bisher wird die unreife Haut dieser Frühchen oft mit Vaseline (Fett) geschützt. Visschers Tests aber legen nahe, dass die wasserhaltige Vernix die Wasserzufuhr für die entstehenden Hautzellen bedarfsabhängig regelt.

Auch Menschen mit sehr empfindlicher Haut oder Neurodermitis könnten den Ärzten zufolge von der Schmiere profitieren. Weitere Untersuchungen legen nahe, dass die Vernix auch eine antimikrobielle Wirkung hat, weil sie bestimmte Proteine Bakterien, Viren und Pilze unschädlich macht.(APA/dpa)

Vgl. "New Scientist", (Nr. 2450, S.40)
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