Japans Regierung schließt Web-Sites nach Hacker-Attacken

28. Jänner 2000, 13:20

Täter haben abfällige Mitteilungen hinterlassen

Tokio - Computer-Hacker haben sich heute, Donnerstag, zum fünften Mal innerhalb einer Woche Zugang auf Internet-Sites der japanischen Regierung verschafft und dort abfällige Mitteilungen hinterlassen. Als Konsequenz wurden von den Behörden zwei der Sites abgeschaltet, teilten Vertreter der Regierung mit.

Allerdings seien auch einige Versuche der Hacker fehlgeschlagen, in Internet-Sites der Regierung einzudringen, wurde in Tokio mitgeteilt. Zuvor war allerdings bestätigt worden, dass auf der Site der Management and Coordination Agency (MCA) ein zweiter Hacker-Zugriff binnen einer Woche erfolgt sei. Die MCA und die ebenfalls von Hackern attackierte Regierungsagentur für Wissenschaft und Technologie haben als Konsequenz die Sites gesperrt.

Unter dem Eindruck der Hacker-Angriffe wurde auf einer von der Regierung einberufenen Krisensitzung am Donnerstag ein Expertengremium geschaffen, das künftige Angriffe aus dem Internet verhindern soll. Gleichzeitig bemühte sich die Regierung in Tokio darum, das Thema Sicherheitslücken in den Computersystemen herunterzuspielen, indem sie sich ausdrücklich gegen eine breite öffentliche Diskussion des Problems aussprach. Regierungssprecher Mikio Aoki sagte: "Was uns in diesem Rahmen besonders beunruhigt ist der Umstand, dass zu viel Theater um das Problem gemacht wird, was sie (die Hacker) zur Wiederholung (der Attacken) ermutigen könnte".

Ministerpräsident Keizo Obuchi zeigte sich über die Angriffe auf die Regierungs-Sites verunsichert. "Ich denke, Japan hat die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen ... aber warum jetzt?". Angesichts der fortgesetzten Hacker-Angriffe ist es der MCA nicht möglich, die für Freitag anstehenden Wirtschaftsdaten über ihre Web-Site bekanntzugeben, sagte ein MCA-Vertreter. (APA/Reuters)

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