Keine Straße nach irgendwo

18. Jänner 2004, 20:36
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18 Jahre für 22 Kilometer Autobahn zwischen zwei europäischen Hauptstädten - Wirtschaft fordert massiven Autobahn- und Schienenausbau

Wien - 18 Jahre für 22 Kilometer Autobahn zwischen zwei europäischen Hauptstädten, das ist eine Leistung: Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig fordert massive Investitionen in Straße und Schiene in Ostösterreich, die so genannte Spange Kittsee dient ihm als Beispiel "verfehlter Verkehrspolitik".

In den vergangenen zehn Jahren sei in der Region Wien kein einziges wichtiges Infrastrukturprojekt fertig gestellt worden, erinnerte Nettig am Dienstagabend in einem Pressegespräch in Wien. Heuer im Herbst kann aber doch mit dem Bau der Straßenverbindung zwischen Nordostautobahn und Bratislava begonnen werden, 2007 soll sie fertig sein - "18 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs".

Höheres Tempo bei der Errichtung der Nordostumfahrung Wiens

Er verlangt höheres Tempo bei der Errichtung der Nordostumfahrung Wiens samt Untertunnelung der Lobau, der Errichtung der Nordautobahn, dem Bau des Bahnhofs zwischen Süd- und Ostbahnhof und dem Güterterminal Freudenau. Zukunftspotenzial hätte eine Hochgeschwindigkeitsbahn, die Wien, Flughafen Schwechat und Bratislava verbindet. Nettig mit Blick auf die EU-Erweiterung: "Wir brauchen ein deutliches Signal für Investoren, dass der Standort Wien auch in Zukunft internationales Niveau haben wird."

Grundsätzlich denkt Nettig positiv: Die Wolken am Wiener Konjunkturhimmel lichten sich, meint er. Wiens Wirtschaftstreibende rechneten zunehmend mit Produktions-und Umsatzsteigerungen, am Bau gehe es sogar überdurchschnittlich bergauf.

Steuervorteile des nahen Auslands

Die Stadt könne sich behaupten, die Steuerreform sei ein richtiges Signal gegen die Steuervorteile des nahen Auslands, etwa der niedrigen Körperschaftssteuer der Slowakei. Im künftigen EU-Partnerland siedeln sich zunehmend Autohersteller an, Wien konnte Opel in den Stadtgrenzen halten und der Konzern investiert noch 300 Millionen Euro. Für den Arbeitsmarkt bedeutet das noch wenig: Mit merklich steigender Beschäftigung rechnet noch niemand. (or, DER STANDARD Printausgabe 15.1.2004)

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