Saddam warnte vor El-Kaida

16. Jänner 2004, 09:25
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Dokumentenfund entkräftet wichtiges US-Kriegsargument

Bagdad/New York - Bei der Verhaftung von Saddam Hussein fanden sich Dokumente, die ein wichtiges US-Kriegsargument endgültig entkräften. Der Exstaatschef hatte keinerlei Verbindung zu Osama Bin Laden und warnte sogar davor, El-Kaida-Kämpfer ins Land zu holen, schrieb die New York Times am Mittwoch.

In dem Dokument warnt der frühere irakische Diktator seine Anhänger, arabischen Gruppen aus dem Ausland beizutreten, die im Irak gegen die amerikanischen Besatzer kämpfen wollen. Das Papier ist offenbar eine Anweisung Saddams aus der Zeit nach seinem Machtverlust.

Dieses Dokument bestätigt frühere Aussagen von verhafteten El-Kaida-Kämpfern. In Verhören hatte die CIA bereits von ihnen gehört, dass Osama Bin Laden Bitten einiger seiner eigenen Leute abgelehnt hatte, eng mit Saddam Hussein zusammenzuarbeiten. Die Ziele von Bin Laden und Saddams Baath-Partei waren offenbar zu unterschiedlich für einen gemeinsamen Kampf. Die El-Kaida will den "Heiligen Krieg" gegen den Westen. Saddams Partei wollte schlicht die Macht im Irak zurück, so die New York Times.

Eine Bagdader Zeitung hat am Mittwoch ein Bild von Saddam Hussein veröffentlicht, das den Expräsidenten als Gefangenen, gefesselt und umringt von US-Soldaten in einem seiner früheren Paläste zeigt. Die Zeitung Al Mutamar berichtete, der Exdiktator habe sein anfängliches Schweigen gebrochen und bei den Verhören durch die Amerikaner bereits einige wichtige Informationen preisgegeben. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 15.1.2004)

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Intelligence: Hussein Warned Iraqis to Beware Outside Fighters, Document Says
in der "New York Times" (kostenlose Registrierung erforderlich)

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