Lexmark wegen Umgang mit Druckerpatronen angezeigt

22. Jänner 2004, 12:09
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Freizügige Rabatte verhindern Recycling

Die IT-Zulieferfirma Static Control Components hat den Druckerhersteller Lexmark wegen dessen Praktiken im Umgang mit leeren Druckerpatronen angezeigt. Das geht aus einem Bericht des Wall Street Journals (WSJ) hervor. Demnach verhindere Lexmark gezielt die Reparatur und Nachfüllung alter Druckerpatronen. Das Unternehmen wies die Anklage zurück.

Laut Static Control würden die Kunden durch die Preisnachlass-Praktiken Lexmarks vom Recycling abgeschreckt. Der Druckerhersteller gewähre großzügige Rabatte nur dann, wenn die Käufer die Patronen zu ihm und nicht zu einem Mitbewerber zurückbrächten. Static Control, einer der führenden Hersteller für Zubehör, das von Recycling-Firmen verwendet wird, sieht sich dadurch offenbar in seiner Wettbewerbsfreiheit eingeschränkt.

Nach Angaben des WSJ könnte die Anklage in den USA auch Auswirkungen auf die EU haben. Dort werde die neue Anzeige geprüft. Bereits im Jahr 2002 hatte EU-Kommissar Mario Monti ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Recycling von Druckerpatronen angestrengt, das nun neu aufgerollt werden könnte. Hersteller von Druckern erwirtschaften einen großen Anteil ihres Umsatzes durch den Verkauf von Zubehör wie Patronen. Bei Lexmark machte der Anteil des Druckerzubehörs am Gesamtumsatz im Jahr 2002 über die Hälfte aus.(pte)

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