Konservatorium Wien geht erste Schritte auf dem Weg zur Privat-Uni

16. Jänner 2004, 13:04
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Ausgliederung aus Magistrat beschlossen - Studiengebühren und Name noch nicht fix

Wien - Das Konservatorium Wien hat auf seinem Weg zur Privatuniversität einen ersten Schritt absolviert. Am Mittwoch hat der Bildungsausschuss des Gemeinderats die Ausgliederung der Institution aus dem Magistrat der Stadt Wien (MA 13) beschlossen. Hintergrund dafür: Nur Träger mit eigener Rechtspersönlichkeit kommen als Privatuniversität in Frage. Ende Februar soll nun beim dafür zuständigen Akkreditierungsrat im Bildungsministerium der Antrag auf Anerkennung als Privatuni gestellt werden. Im Konservatorium wünscht man sich eine Umwandlung bereits im Studienjahr 2004/05.

Vorteil für die Studenten: Als Absolventen einer Privatuniversität können sie mit einem Bachelor- oder Magisterabschluss am internationalen Arbeitsmarkt besser mit anderen Akademikern konkurrieren. Auch die Erlangung von Stipendien und Beihilfen wird erleichtert. Über die Einführung bzw. Höhe von etwaigen Studiengebühren werde intern noch diskutiert, hieß es auf Anfrage der APA. Auch der künftige Name der Einrichtung ist noch nicht fix. Derzeit zahlen die Studenten für ein ordentliches Studium keine Gebühren, für ein außerordentliches 500 Euro pro Semester und für postgraduale Studien 1.000 Euro pro Semester.

Als nächste Schritte sind die Gründung einer GmbH sowie die Bestellung eines künstlerisch-pädagogischen und eines kaufmännischen Geschäftsführers geplant. Diese Positionen sollen der derzeitige Leiter der gesamten Musiklehranstalten Wiens, Ranko Markovic, und der scheidende kaufmännische Leiter des Österreichischen Kultur-Service, Gottfried Eisl, einnehmen.

Am Konservatorium Wien erhalten angehende Musiker, Sänger und Schauspieler aus aller Welt Unterricht in zwölf Abteilungen, die in den Fachbereichen Musik und Darstellende Kunst zusammengefasst sind. Dazu kommt noch ein Fachbereich "Elementare Musikpädagogik". Derzeit absolvieren rund 800 Personen ein Berufsstudium am Konservatorium und 200 weitere Studenten Lehrgänge bzw. Vorstudien.

Erst im Dezember hat der Akkreditierungsrat das Bruckner Konservatorium Linz als erste private Kunst-Universität anerkannt. Der Vorsitzende des Gremiums, Helmut Konrad, hatte die Einrichtung anschließend als "Messlatte" für andere Interessenten bezeichnet. So hat das Land Oberösterreich größere Investitionen etwa in neue Gebäude tätigen müssen. (APA)

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