Betreuungsnotstand bei kranken Singles und Wienern

15. Jänner 2004, 20:09
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92 Prozent bauen auf Verwandte - für jeden fünften Österreicher stellt längere Bettlägerigkeit ein Problem dar - mit Grafik

Linz - Die Betreuung von Personen, die aus Krankheitsgründen längere Zeit das Bett hüten müssen, wird in Österreich zunehmend schwieriger. Das zeigt der am Mittwoch veröffentlichte Vergleich von Umfragen des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS. Demnach erklärten zuletzt 21 Prozent, dass ihre Betreuung bei längerer Krankheit ein Problem darstellen würde. 1998 traf dies nur auf 16 Prozent zu.

Keine Betreuung

IMAS fragte Ende des Vorjahres mehr als 1.000 für die Gesamtbevölkerung ausgewählte Personen nach ihren Betreuungsmöglichkeiten in einem Krankheitsfall. Dabei gaben 73 Prozent an, sie hätten jemand, der sie betreuen könnte, wenn sie längere Zeit das Bett hüten müssten. Vor fünfeinhalb Jahren waren es noch 77 Prozent, die eine solche Auskunft geben konnten. 21 Prozent mussten einbekennen, dass ihre Betreuung auf Schwierigkeiten stoßen würde. 1998 waren es lediglich 16 Prozent gewesen, die sich bei längerer Bettlägerigkeit unversorgt fühlten.

Familienstruktur

Bei den Antworten spielt die Familienstruktur der jeweiligen Befragten eine wesentliche Rolle: In Familien mit drei oder mehr Personen können 80 Prozent mit der Gewissheit leben, auch in einer längerfristigen gesundheitlichen Krise betreut zu werden. Dagegen berichteten fast zwei Fünftel der befragten Singles, dass ihre Betreuung ein erhebliches Problem darstellen würde. Kritisch beschrieben darüber hinaus auch die Angehörigen der älteren Generation, einfache Arbeiter und die Wiener ihre Situation im Krankheitsfall. In der Bundeshauptstadt erklärte ein Drittel der von IMAS Befragten, dass ihre Betreuung im Fall einer längeren Bettlägerigkeit auf Schwierigkeiten stoßen würde.

92 Prozent bauen auf Verwandte

Diejenigen Österreicher, die sich auch bei einer Erkrankung versorgt fühlen können, rechnen zu 92 Prozent mit Hilfe von Verwandten. Zwölf Prozent bauen auf Unterstützung von Bekannten. Drei Prozent glauben, dass ihnen Nachbarn hilfreich zur Seite stehen werden. Vier Prozent bauen auf einen Sozialdienst. Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage möglich.

Singles ziehen Hilfe aus der Verwandtschaft weitaus weniger in Betracht: 79 Prozent glauben an Unterstützung von Verwandten, 31 Prozent von Bekannten, acht Prozent von Nachbarn und drei Prozent von einem Sozialdienst. (APA)

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    Betreuung im Krankheitsfall ist oft schwierig

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