Protest-Vorwahl: Howard Dean gewinnt vor Al Sharpton

16. Jänner 2004, 09:58
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Nur vier Demokraten überhaupt angetreten - Ergebnis nicht bindend

Washington - Bei der ersten eher symbolischen Vorwahl der Demokraten im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur in Washington DC hat am Dienstag Howard Dean vor Al Sharpton gewonnen. Lediglich vier der neun demokratischen Bewerber für das Amt des Präsidenten waren in der US-Hauptstadt überhaupt angetreten, die Wahlbeteiligung lag nur bei rund zwölf Prozent der Stimmberechtigten.

Protest gegen eingeschränkte Wahlrechte

Mit dem heuer erstmals vor die Urnengänge in Iowa und New Hampshire vorgezogenen Wahlgang wollten die Initiatoren in Washington die Aufmerksamkeit auf ihren Protest gegen die eingeschränkten Wahlrechte in der amerikanischen Hauptstadt lenken. Die rund 500.000 "Washingtonians" können nämlich weder Senatoren noch stimmberechtigte Abgeordnete in den US-Kongress auf ihrem Stadtgebiet wählen, weil die Hauptstadt aus historischen Gründen eine Sonderstellung einnimmt und nicht als Bundesstaat zählt. Der Parteivorstand der Demokraten hatte sich gegen diesen Aktionismus ausgesprochen und das Ergebnis als nicht bindend erklärt.

43 Prozent für Dean

Lediglich Howard Dean, Al Sharpton, Carol Moseley Braun und Dennis Kucinich hatten überhaupt bei den Vorwahlen kandidiert. Der ehemalige Gouverneur von Vermont Dean erhielt 43 Prozent der abgegebenen Stimmen und besiegte damit den schwarzen Bürgerrechtler Sharpton, der im überwiegend von Afro-Amerikanern bewohnten Washington 34 Prozent der Stimmen erhielt. An dritter Stelle lag die ehemalige Senatorin von Illinois, Moseley Braun, ebenfalls Afro-Amerikanerin, mit zwölf Prozent vor dem Abgeordneten aus Ohio, Kucinich mit acht Prozent.

Dean führt landesweit

In landesweiten Umfragen führt Dean in der Gunst der Demokraten, Sharpton, Moseley Braun und Kucinich liegen unter allen demokratischen Kandidaten weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen. (APA)

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    Mit dem heuer erstmals vor die Urnengänge in Iowa und New Hampshire vorgezogenen Wahlgang wollten die Initiatoren in Washington die Aufmerksamkeit auf ihren Protest gegen die eingeschränkten Wahlrechte in der amerikanischen Hauptstadt lenken. Viel sah man allerdings nicht von der Protest-Vorwahl.

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