Sämtliche Kundendaten von A-Online frei im Netz

28. Jänner 2000, 07:40

Schwerer Datenschutzmangel beim Internet Provider

Wien - Die Kundendaten des Internetproviders A-Online sind für alle Internetuser frei im Netz zugänglich und können problemlos herunter geladen werden. Dieser vermeintliche Datenschutzverstoß beruht offenbar auf einer Schlampigkeit in der AON-Administration: Die Abfrage erfolgt über die AON-Service-Seiten, die der Provider anbietet, um nach AON-Benutzern zu suchen. Zur Suche müssen mindestens drei Buchstaben des Namens oder der Ort eingegeben werden. Wer den betreffenden Link aber direkt aufruft und keinen Namen und keinen Ort eingibt, erhält alle AON-Kunden mit vollem Namen, Adressen und E-Mail.

Nicht fassen

"Ich konnte es einfach nicht fassen, wie einfach das ist", berichtete ein Leser von seiner Entdeckung. Mittlerweile haben bereits einige User den geduldeten Datenklau bestätigt. Ob es den AON-Kunden bewusst ist, dass ihre Daten für jedermann im Internet abrufbar sind, darf bezweifelt werden. Professionelle Adressen-Händler und Konkurrenzfirmen würden hohe Beträge für diese aktuellen Kundenangaben zahlen. Da sie in elektronischer Form vorliegen, wäre es ein Leichtes, sie zu extrahieren und in schon vorhandene Daten einzubinden.

Klarer Verstoß gegen die Datenschutzbestimmungen?

Laut Internet-Ombudsmann, dem ebenfalls der Datendownload gelang, handelt es sich um einen klaren Verstoß gegen die Datenschutzbestimmungen. Die Kunden hätten im Unterschied zu Communities dem Provider nicht ihre Zustimmung gegeben, ihre persönlichen Daten ins Netz zu stellen. Die meisten von ihnen wissen gar nichts davon, was einer Täuschung gleichkommt. Die Telekom Austria (TA) reagierte überrascht: "Ich habe nur von Gerüchten gehört, doch ich werde der Sache nachgehen", sagte TA-Sprecherin Angelika Reschenauer in einer ersten Stellungnahme. (pte)

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