Game-Freaks als E-Sportler

14. Jänner 2004, 14:50
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Online-Computerspiele haben sich als Sportart etabliert

Fans von Counter-Strike, WarCraft III oder Unreal Tournament - noch vor wenigen Jahren als seltsame Game-Freaks abgestempelt - können sich nun als E-Sportler bezeichnen. Schließlich fängt jeder klein an und Ziel könnte ja die Teilnahme an einem der zahlreichen Game-Turniere sein, die sich inzwischen als Sport-Events etabliert haben. Wie die BBC heute, Mittwoch, berichtet, haben professionelle E-Sportler heute Sponsoren hinter sich, die ihnen ein nicht zu verachtendes Salär zahlen. Sie bereisen rund um den Globus Turniere wie das am Sonntag zu Ende gegangenen Cyber X Games in Las Vegas.

"Tatsächlich hat jeder ein Vollzeit-Einkommen"

"Tatsächlich hat jeder ein Vollzeit-Einkommen", versichert Andreas Thoronsson, Manager eines Counter-Strike-Teams, der BBC. Mit dem Preisgeld kommen die Spieler oft auf ein Monatseinkommen nach Steuern von 3.000 bis 4.000 Dollar, so Thoronsson. In Europa sind die Schweden stark vertreten, dank der weiten Verbreitung von Breitband-Anschlüssen. Auch Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien liegen gut im Rennen. Aber weltweit führende Nation in Sachen E-Sports ist Südkorea. Dort genießen Online-Gamer Starruhm, Top-Spieler kommen auf ein Einkommen von 100.000 Dollar im Jahr.

Sponsoren

Die Spieler bzw. die Teams haben wie auch in anderen Sportarten Sponsoren, die monatlich die Kasse füllen und Ausrüstung sowie Reisekosten zahlen. Mit der Etablierung als Sportart wird auch der schlechte Ruf, den manche Games und damit ihre Spieler haben, verbessert. Gerade Ego-Shooter haben wegen der oft dargestellten Gewalt in den Spielen ein schlechtes Image. In Deutschland war beispielsweise Counter-Strike nach dem Amoklauf von Erfurt ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil neben anderen Spielen auch "Counterstrike" auf dem Computer des 19-jährigen Täters gefunden wurde. Bei Online-Spielen geht es im Wesentlichen um Strategie, schnelle Reaktion und Hand-Augen-Koordination. Bei den Cyber X Games wurde neben Counter-Strike auch Quake III, WarCraft III, Unreal Tournament 2003, Return to Castle Wolfenstein und Americas Army gespielt. (pte)

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