Ferrero offiziell im Rennen

16. Jänner 2004, 16:42
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Schüssel: "Sie hat die volle Unterstützung der Partei und ist für uns die beste Kandidatin"

Der Schleier über dem größten Nichtgeheimnis des Landes ist gelüftet: Außenministerin Benita Ferrero-Waldner ist seit Donnerstagmittag offizielle Kandidatin der ÖVP für die Bundespräsidentenwahl. Kanzler, Parteichef und Ferrero-Mentor Wolfgang Schüssel konnte ein einstimmiges Ja des VP-Vorstandes präsentieren: "Sie hat die volle Unterstützung der Partei und ist für uns die beste Kandidatin."

Die Präsidentenanwärterin habe Kompetenz, Loyalität, eigenen Stil und Persönlichkeit bewiesen, lobte Schüssel. Für sie spreche auch, dass sie "80 Prozent" ihres Berufslebens außerhalb der Politik gearbeitet habe - eine Spitze gegen den SP-Kandidaten Fischer.

Die so Gelobte sprach denn auch "gerührt" von "großer Ehre" und einem "sehr bewegenden Moment". Sie stehe bereit. Und zwar "für alle Österreicher und mit Herz". Sie habe "hervorragende Kontakte auf allen Ebenen, vor allem auch durch die Sanktionen-Zeit", in der sie "kämpfen musste", damit letztendlich aus "Gegnern Freunde wurden". Ihr Ministeramt will sie bis zur Wahl weiter ausüben - eine gute Bühne nach außen.

Der Vorsitzende des Personenkomitees "Wir für Benita", Licht-ins-Dunkel-Initiator Kurt Bergmann, registrierte "mit Freude und Dankbarkeit, dass die ÖVP auf unsere Initiative so rasch und so positiv reagiert hat." Im STANDARD-Gespräch sagt er, das Wahlkampfbüro der Ferrero-Unterstützer "wird kommende Woche am Parkring 12 in Wien eröffnet". Man werde auf 317 m in zehn Räumen residieren.

Auch der eigentliche Wahlkampfleiter Florian Krenkel, Exsprecher von Kanzler Schüssel und jetzt persönlicher Berater der Fürstenfamilie von und zu Liechtenstein, wird am Parkring logieren.

Bergmann ist gerade dabei, "die Basis des Komitees dramatisch zu vergrößern". Neue im Team sind Ex-ORF-Programmintendant Ernst Wolfram Marboe und "Klavierstar" Paul Badura-Skoda. Auch der Vater eines jungen Mannes, den die Ministerin "durch persönlichen Einsatz" aus einem Gefängnis in Nicaragua herausgeholt hat, macht mit.

Mit dem Auftreiben der kolportierten sechs Mio. Euro Wahlkampfkosten "beschäftige ich mich nicht", sagt Bergmann. Das sei Angelegenheit Krenkels und der VP-Zentrale.

In der laufen alle Fäden bei VP-Generalsekretär Reinhold Lopatka zusammen. Er kündigt an, dass die VP-Kandidatin heute, Freitag, mit Landeshauptmann Erwin Pröll, dem eine gewisse Ferrero-kritische Haltung nachgesagt wurde, in Niederösterreich "eine zweiwöchige Vorstellungsrunde durch ganz Österreich startet". (DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2004)

von Lisa Nimmervoll
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    Außenministerin Ferrero-Waldner ist nun offizielle ÖVP-Kandidatin für den Kampf um die Hofburg

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