Multimedia-Pionier Maurer leitet neue Grazer Informatik-Fakultät

22. Jänner 2004, 12:12
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Sieben Institute vereint - Vier neue Lehrstühle bis 2005 geplant

Die Grazer Technische Universität (TUG) hat mit den Studienrichtungen "Telematik" und "Softwareentwicklung und Wissensmanagement" österreichweit einzigartige Studien im Bereich der Informatik anzubieten. Nun hat die Informationsverarbeitung an der TUG auch offiziell einen zentralen Rang bekommen: Mit Jahresbeginn wurde eine eigene Fakultät für Informatik eingerichtet. Zum Dekan wurde der Multimedia-Experte Hermann Maurer ernannt.

Der Informatikbereich lag bisher in den Händen der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, die sich um Belange u.a. der Geologie, Geometrie, Physik und Chemie ebenso kümmerte wie um jene der Kommunikationstechnologie und Softwareentwicklung. Die neue Organisationseinheit umfasst vorerst sieben Institute: Das Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie, sowie jene für Informationssysteme und Computer Medien, für Wissensmanagement und Wissensvisualisierung, für Grundlagen der Informationsverarbeitung, für Maschinelles Sehen, für Computer Vision und für Softwaretechnologie sind nun verwaltungstechnisch unter einem Dach vereint. Bis Ende 2005 sollen neue Lehrstühle in den Bereichen Virtuelle Realität, Wissensmanagement, Computersicherheit und Angewandte Softwareentwicklung eingerichtet werden.

Erfolgsrezept der neuen Fakultät dabei soll neben der Bündelung der Institute die Vernetzung mit lokalen Kompetenzen sein. Dekan Maurer nimmt selbst die Umschreibung "Informatik-Hochburg" in den Mund. Erreichen will Maurer dies vor allem durch u.a. die Einbindung des Grazer Know-Centers - des ersten Forschungszentrums für Wissensmanagement, dessen wissenschaftlicher Leiter Maurer ist. Zudem will man intensiv mit der Forschungsgesellschaft Joanneum Research kooperieren. Mit den neu einzurichtenden Lehrstühlen bis 2005 will man die Aufgabenbereicher der Fakultät auch strategisch vorantreiben.

Rund 500 Studienanfänger haben sich an der TUG im Herbst 2003 für ein Studium im IT- Bereich entschieden. Da beide Studien als Bakkalaureatsstudien angeboten werden, ist ein akademischer Abschluss nach drei Jahren möglich.

Dekan Hermann Maurer (geb. 1941) hat entscheidende Beiträge zur Theorie der Programmiersprachen, über formale Systeme zur Beschreibung biologischer Wachstumsprozesse, Algorithmen und Datenstrukturen, bis hin zu E-Learning und vernetzten Multimedia-Systemen geliefert. Viele seiner Arbeiten führten zu konkreten Anwendungssystemen, wie zum Beispiel den "Brockhaus" in Multimedia. Maurers erstes, im Jahr 1969 erschienenes Buch "Theoretische Grundlagen der Programmiersprachen" wurde zu einem der meistgelesenen Informatikbücher, rund 500 weitere wissenschaftliche Publikationen folgten. Zuletzt wurde dem mehrfachen Ehrendoktor das zuletzt die Ehrendoktorwürde der Universität Karlsruhe zuerkannt. (APA)

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