Boom kostenpflichtiger Web-Dienste

22. Jänner 2004, 12:09
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Breitband als Chance für neue Geschäftsfelder

Laut der Studie "The Broadband Future" der Prüfungs- und Beratungsgesellschaften PricewaterhouseCoopers (PwC) sind Internetuser zunehmend bereit, für Online-Angebote zu zahlen. Das europäische Marktvolumen für kostenpflichtige Inhalte und Anwendungen wie interaktive Filme, Multimedia-Messages (MMS), Video-Spiele und Überwachungssysteme soll bis 2007 auf 3,1 Mrd. Euro ansteigen.

Geld für Inhalte und Dienstleistungen

PwC erwartet, dass im Jahr 2007 bereits 23 Prozent der europäischen Internetnutzer bereit sein werden, für die angebotene Inhalte und Dienstleistungen, wie qualitativ hochwertigen Videoformate, Geld auszugeben. Der Erfolg von Apples iTunes zeigt, dass sogar Medienformate verkauft werden können, die zuvor illegal kopiert und verbreitet wurden, wenn Aufmachung und Preisstruktur stimmt.

Neue Einnahmequellen

Durch Breitband-Internetzugänge lässt sich die Wertigkeit von Inhalten, die bisher über Kabel-, Satellitenkanäle oder Kinos verbreitet werden, steigern und erschließt für Content-Provider neue Einnahmequellen. "Damit auch bei Videoformaten die Urheberrechte geschützt werden können, sollte sich die Filmindustrie dringend um die Schaffung digitaler Vermarktungskanäle kümmern", rät Werner Trattnig, Leiter der deutschen PwC-Zweigstelle.

Breitband-Verbindungen

In Europa wird der Anteil der Breitband-Verbindungen in den nächsten Jahren noch nicht das Niveau von Kanada oder Südkorea erreichen, wo bereits heute knapp 80 Prozent der Bürger über schnelle Internet-Zugänge verfügen. Bis zum Jahr 2007 werden jedoch mehr als 62 Mio. europäische Haushalte (40 Prozent) über Breitband verfügen. Marktforscher erwarten, dass die Umsätze der Internet-Provider aus Breitband-Zugängen von rund drei Mio. im Jahr 2003 auf knapp 22 Mrd. Euro in 2008 steigen werden.

Schritt für Schritt

"Viele Konsumenten sind durch die frühen Jahre der Internet-Nutzung geprägt und weigern sich noch, für Web-Angebote Gebühren zu entrichten. Wir empfehlen den Content-Providern deshalb, das Angebot an kostenlosen Inhalten zu reduzieren und Schritt für Schritt innovative Anwendungen hinzuzufügen, für die von Anfang an gezahlt werden muss", erklärt Trattnig. "Erfolg versprechen vor allem Hintergrundinformationen für Geldanleger, Video-Sequenzen, Nachrichtendienste, Online-Spiele, Tools für Web-Konferenzen oder die Produktion von Videofilmen", so Trattnig. (pte)

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PwC

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