Themenabend zur weiblichen Sexualität

14. Jänner 2004, 12:21
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Am Freitag, dem 16. Jänner 2004, befasst sich ein Themenabend auf Arte mit der weiblichen Sexualität und Lust. Was der Penis kann, schafft die Klitoris schon lange! Thema räumt auf mit Klischees von der weiblichen Sexualität:

  • 22.15 - 23.15
    Klitoris, die schöne Unbekannte:
    Ständig und überall wird über Sex gesprochen, doch die Sexualität der Frauen birgt noch immer große Rätsel. Der Film beschäftigt sich mit dem heutigen Kenntnisstand über Anatomie und Physiologie des weiblichen Geschlechts.

  • 23.15 - 00.05
    Ein Kampf gegen die Beschneidung von Frauen
    Der Film zeigt, wie afrikanische Frauen gegen die in ihren Heimatländern verbreitete Praxis der Klitorisbeschneidung protestieren und den Widerstand gegen die schmerzvolle Prozedur immer breiter streuen. Sie ziehen gegen eine Praxis zu Felde, durch die Frauen auf barbarische Weise um ihr sexuelles Lustpotenzial gebracht werden. In Mali sind 93 Prozent der Frauen gemäß einer in den kleinen Dörfern fest verankerten Tradition beschnitten. Wer Aufklärungsarbeit zu dieser äußerst heiklen Frage leisten will, muss viel Geduld mitbringen.

    Astan Diallo stellt sich dieser Aufgabe: Sie fährt von Dorf zu Dorf und spricht mit den Dorfältesten, den Männern und schließlich mit den Frauen über die schlimmen Folgen der Beschneidung. Diese treten besonders häufig bei Gebärenden auf. Astan Diallo zeigt Bilder vom harten Schicksal einiger Fälle. Langsam gelingt es ihr, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu überzeugen und ihnen nach unendlichen Diskussionen eine Entscheidung gegen die Beschneidungen abzuringen. Mit einem großen Fest, zu dem auch die Nachbardörfer eingeladen sind, wird die Entscheidung bekräftigt - und gleichzeitig für einen Sinneswandel geworben.

  • 00.05 - 01.05
    Die Lust im Blick: Frauen machen Kino
    Wiederholung in der Nacht vom 17. zum 18. Jänner
    Marie Mandy untersucht in ihrem Film, wie zeitgenössische Filmregisseurinnen den Körper, die Liebe, die Sinnlichkeit und den Sex darstellen. Dabei kommen Künstlerinnen aus fünf Kontinenten zu Wort, die Tabus und Verbote brechen. Die Dokumentation präsentiert den besonderen Blickwinkel der Frauen und zeigt ihren Beitrag zum Filmschaffen der Gegenwart.

    Marie Mandy fragt nach der Besonderheit und der Notwendigkeit des "weiblichen" Kinos. Inwiefern lässt es sich vom "männlichen" Kino abgrenzen? Künstlerinnen wie Agnès Varda, Jeanne Labrune, Catherine Breillat und Sally Potter nehmen Stellung zu ihren Blickwinkeln als Frauen, Mütter, Töchter und Regisseurinnen. Allen gemeinsam ist die enttäuschende Erfahrung als Zuschauerin. In der von Männern dominierten Kinowelt fehlt der weibliche Blick auf die Sexualität, die Darstellungen der Frau haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun.

    Das Frausein der befragten Regisseurinnen setzt sich in ihrer Arbeit fort. Im Laufe der verschiedenen Porträts wird ihre Ablehnung jener weiblicher Filmfiguren deutlich, die nichts als Projektionen männlicher Frauenbilder sind. Jede der Regisseurinnen betont, dass Sexualität, Mutterschaft und Lust auch Machtfragen sind. Einige zeigen Sexualität pur, z. B. Catherine Breillat in "Romance", andere arbeiten mit Metaphern. Anstatt Klischees zu bedienen, versuchen sie, ein realitätsnahes Bild der Weiblichkeit zu zeichnen. Anhand von Filmausschnitten und Äußerungen von Frauen wirft Marie Mandy viele interessante Fragen auf: Warum zum Beispiel ist das männliche Glied im Film tabu?

    (red)

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