Kazaa: Kontrolle der Downloads möglich?

23. Jänner 2004, 10:57
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Tauschbörsen unter Beschuss: Experten behaupten, dass Kazaa und Co durchaus die Möglichkeit hätten, illegale Files herauszufiltern

Die Problematik ist altbekannt. P2P Tauschbörsen wie Kazaa, Morpheus und andere ermöglichen es der Userschaft Daten aller Art ausfindig zu machen und herunterzuladen.

Daten

Das alleine wäre wahrscheinlich noch kein Problem, allerdings befinden sich unter diesen "gesharten" Daten oft urheberrechtlich geschützte Files, zumeist handelt es sich dabei um MP3s oder Raubkopien von Filmen. Ein weiteres Problemfeld bildet zudem die Verbreitung von Pornographie.

Dezentrale Netzwerke

Bisher galt der Konsens, dass die Betreiber der P2P Netzwerke für die tatsächlich stattfindenden Tauschgeschäfte nicht zur Verantwortung gezogen werden können, da die Netzwerke dezentral aufgebaut sind und auch die Betreiber nicht die absolute Kontrolle innehaben.

Neue Möglichkeiten?

Nun behauptet die Firma Titan Media mit Unterstützung von zwei Fachleuten in einem Brief an den US-Kongress, dass P2P Betreiber sehr wohl die Möglichkeit hätten, die Aktivitäten in ihren Netzwerken zu beobachten und gegebenenfalls auch Urheberrechtsverletzungen zu stoppen.

Filtertechnologien sollen demnach bereits existieren, sie seien auch günstig und einfach einzusetzen, berichtet USA Today.

Möglichkeit seit Jahren gegeben

"Wenn die Computer stark genug sind eine Suche nach Files durchzuführen, sind sie auch stark genug Filter-Aktivitäten durchzuführen", behauptet Darrell Smith, der das Morpheus peer-to-peer Netzwerk überwacht hatte, als es noch die Technologie mit Kazaa teilte. Die Möglichkeit bestimmter Inhalte nicht weiterzuleiten ist laut Smith schon seit Jahren gegeben. So soll die Technologie, die es möglich macht Daten bei der Suche zu erkennen und von unterschiedlichen Quellen herunterzuladen, auch dazu eingesetzt werden können, bestimmte Files vom Sharing auszuschließen.

Titan Media behauptet zudem, dass Sharman Networks, Betreiber von Kazaa, dank der in der Software eingebauten Spyware die Möglichkeit hätte, alle Aktivitäten im Netz zu beobachten.

Baer...

Naturgemäß sehen die Betreiber der P2P Netzwerke die Lage anders. Sharman Networks betont, dass man keinerlei Kontrolle über die Netzwerke besitze, da die User ihre Computer ja direkt miteinander verbinden. Es gebe auch keinerlei Filter, auch wären diese einfach zu übergehen.(kk)

Links

Sharman Networks

Nachlese

Was ist Spyware

Geben und nehmen – eMule, Kazaa und Co: Tauschbörsen im Überblick

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