Modische Kleidung als Kündigungsgrund

14. Jänner 2004, 12:07
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Türkische Sekretärin erkämpfte Recht auf Wiedereinstellung

Istanbul - Eine türkische Behörde hat eine 27-jährige Sekretärin mit der Begründung entlassen, sie zersetze durch ihre modische Kleidung und ihr besonders gepflegtes Äußeres die Arbeitsmoral. Das Gouverneursamt in der osttürkischen Provinz Erzurum begründete die Entlassung damit, die Sekretärin Melike Danisik kleide sich "wie ein Model", berichtete die türkische Zeitung "Sabah" am Mittwoch. Der Behörde passte unter anderem nicht, dass Danisik mit offenem Haar und eng sitzenden Hosen zur Arbeit erschien.

Auf Rechtsstreit folgte Wiedereinstellung

Die junge Frau zog gegen die Entscheidung vor das Arbeitsgericht und setzte sich in einem nach monatelangem Rechtsstreit ergangenen Urteil gegen die Behörde durch. In einer laut "Sabah" für die Türkei einmaligen Entscheidung urteilte das Gericht, die Sekretärin müsse wieder eingestellt werden und habe außerdem Anspruch auf Zahlung ihres seit der Entlassung verpassten Gehaltes.

Es sei kein Verbrechen, gepflegt zu sein, erklärte das Gericht. Danisik sagte nach der Entscheidung, sie liebe ihre Arbeit. Sie achte auf eine gepflegte Erscheinung und habe sich durch die Entlassung in ihrer Ehre verletzt gefühlt. (APA)

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