Chinesische Bank vergibt bis nächste Woche IPO-Mandat

21. Jänner 2004, 13:19
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Internationale Banken versuchen sich derzeit auf dem chinesischen Markt zu positionieren

Hongkong - Die zu den vier Großbanken Chinas zählende China Construction Bank könnte Bankenkreisen zufolge bis nächste Woche über die Mandatsvergabe für ihren geplanten, voraussichtlich fünf Mrd. Dollar schweren Börsengang entscheiden.

Bewerber sind den Kreisen zufolge neben der Deutschen Bank auch die US-Großbanken Citigroup, Morgan Stanley und J.P. Morgan sowie das britische Finanzinstitut HSBC. Morgan Stanley könnte dabei federführend sein, weil die Bank schon 1996 das Joint Venture der China Construction mit der China International Capital Corp im Investmentbanking eingefädelt hatte, hieß es weiter. Der Börsengang könnte den Banken Honorare von rund 175 Mio. Dollar (137,3 Mio. Euro) einbringen.

Entscheidungsprozess beschleunigen

China Construction könnte seinen Entscheidungsprozess angesichts des bevorstehenden Beginn des Chinesischen Neujahrs beschleunigen. Die zehntägigen Feierlichkeiten beginnen nächste Woche am Donnerstag. Die Geschäftsaktivitäten ruhen dann in der Regel weitgehend.

Unterdessen wirbt der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) deutschen Medienberichten zufolge offenbar in China für die Deutsche Bank. In einem Brief an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao unterstütze Schröder das Interesse von Deutschlands größtem Kreditinstitut, hieß es. Ein Sprecher der Bundesregierung wollte die Berichte nicht kommentieren. Auch die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

Die internationalen Banken versuchen sich derzeit auf dem chinesischen Markt zu positionieren. Dieser gilt als sehr attraktiv. Im Jahr 2000 hatte die China Unicom beim bisher größten Börsengang in China (ohne Hongkong) 5,25 Mrd. Dollar erlöst. Bis Ende nächsten Jahres will die Bank of China - wie die China Construction eine der vier großen Staatsbanken - an den Kapitalmarkt gehen. Die chinesische Regierung hatte mehrere Finanzinstitute jüngst mit Kapitalspritzen in zweistelliger Milliardenhöhe unter die Arme gegriffen, um sie fit für die geplanten Börsengänge zu machen.(APA/Reuters)

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