Moskau: Kein "übereilter" Truppenabzug aus Georgien

15. Jänner 2004, 09:34
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Müsse vertraglich geregelt werden, stellt Iwanow nach Besuch von US-Vize-Außenministerin Pascoe in Tiflis klar

Moskau - Die Auflösung der beiden letzten russischen Truppenstützpunkte in Georgien kann nach den Worten des russischen Verteidigungsministers Sergej Iwanow nur auf der Grundlage einer vertraglichen Regelung erfolgen. Ein "übereilter" einseitiger Abzug wie einst aus Ostdeutschland komme für Moskau keinesfalls in Frage, zitierte die Agentur Interfax am Mittwoch den Minister. Die Äußerung Iwanows hängt mit den jüngsten Erklärungen von US-Vize-Außenministerin Lynn Pascoe in Tiflis zusammen.

USA wollten finanziell helfen

Pascoe hatte am Dienstag erklärt, die USA seien zu Finanzhilfen bei der Räumung der russischen Truppenstützpunkte bereit. Russland solle seine Verpflichtungen zu einem vollständigen Abzug einhalten, die es auf dem Gipfel der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 1999 in Istanbul eingegangen sei, forderte sie.

Elf Jahre und 500 Millionen US-Dollar

Russische Militärs hatten in den vergangenen Tagen erklärt, der Abzug und die Auflösung der Truppenstützpunkte Achalkalaki und Batumi würden elf Jahre dauern und etwa 500 Millionen US-Dollar kosten. Georgien fordert einen Abzug innerhalb von drei Jahren. Die russische Regierung hat Georgien wiederholt beschuldigt, auf ihrem Territorium nicht gegen Rückzugsstützpunkte tschetschenischer Rebellen vorzugehen. (APA)

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