Straw für Kooperation London-Paris-Berlin

15. Jänner 2004, 19:24
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Briten wollen nicht vom "deutsch-französischen Motor" abgekoppelt werden - Daher habe London Stabilitätspakt-Entscheidung gebilligt

Paris - Der britische Außenminister Jack Straw hat sich für eine enge Zusammenarbeit Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in der Europäischen Union stark gemacht. Der Pariser Zeitung "Le Figaro" (Mittwochausgabe) sagte Straw: "Es entspricht der Logik, das Vereinigte Königreich an den deutsch-französischen Motor anzubinden, denn Europa vergrößert sich von 15 auf 25 Mitglieder."

Aus diesem Grunde habe London auch "zugestimmt, dass Deutschland und Frankreich sich in ihren Entscheidungen vom EU-Stabilitätspakt freimachen", sagte Straw. "Wenn es auf wirtschaftlichem Gebiet eine Kollision der Regeln mit der Wirklichkeit gibt, gewinnt immer die Wirklichkeit", fügte er hinzu.

Raffarin für deutsch-französische Annäherung

Zuvor hatte sich der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin für eine weitere deutsch-französische Annäherung ausgesprochen. Er werde sich persönlich viel einschalten und zwar vor allem im Sinne eines Austauschs zwischen beiden Gesellschaften, sagte Raffarin am Montag in Paris auf seinem Neujahrsempfang für die Medien. "Die deutsch-französische Freundschaft muss in der Logik der Pionier-Gruppen (in der Europäischen Union) als ein "Empfangszentrum" für jene dienen, die Europa voranzubringen wünschen", fügte er hinzu.

Staatspräsident Jacques Chirac hatte die enge Abstimmung von Berlin und Paris sowie die Kompromissfähigkeit beider Seiten bereits am vergangenen Freitag auf seinem Medienempfang gelobt. Beide Länder kämen sich auf halber Strecke entgegen. Von dem gemeinsamen Weg Frankreichs und Deutschlands gebe es kein zurück mehr, sagte Chirac. (red/APA)

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