Streissler kritisiert Schuldenpolitik

30. Jänner 2004, 15:18
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Wirtschaftswissenschafter: "Zur gänze auf Pump" - Fischler will genauer analysieren

Wien - Massive Kritik an der Steuerreform der Regierung übt der Wirtschaftswissenschafter Erich Streissler. "Es ist eine Steuerreform zur gänze auf Pump. Darüber muss man sich klar sein. Ohne die Steuerreform hätten wir ein ausgeglichenes Budget", so Streissler in der ORF-Sendung "Report" Dienstag abend.

Durch die Steuerreform rechnet Streissler mit zwei Prozent Defizit. "Die Steuerreform ist genau genommen Maastricht widrig, weil die Defizitquote erhöht wird". Mit einem ausgeglichenen Budget rechnet Streissler in den nächsten Jahren nicht mehr. "Vor 2010 halte ich es für kaum möglich, wiederum bei einem Nulldefizit zu sein. Also: nach 2005 vier bis fünf Jahre weg vom Nulldefizit", sagte Streissler.

Fischler will genauer analysieren

EU-Komissar Franz Fischler will die Aussage des Wirtschaftswissenschafters Erich Streissler noch "genauer analysieren". In der "ZIB 2" des ORF Dienstag abend sagte Fischler, man sollte "nicht aus der Hüfte schießen". Es gehe ja nicht nur um die drei Prozent-Defizitmafrke, sondern auch darum, dass "es an sich dem Geist des Stabilitätspaktes entsprechend notwendig ist, mittel- und längerfristig eine ausgeglichene Budgetierung" zu ermöglichen. Also dass es überhaupt kein Defizit gibt.

APA)

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    "Es ist eine Steuerreform zur gänze auf Pump. Darüber muss man sich klar sein. Ohne die Steuerreform hätten wir ein ausgeglichenes Budget", meinte Streissler.

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