Forschungsproteste in Frankreich

27. Jänner 2004, 11:53
posten

Fast 5.300 Wissenschaftler haben Appell zur Stärkung der Forschungsförderung unterzeichnet

Paris - Die französische Regierung ist mit einer breiten Protestbewegung unter den Forschern konfrontiert: In wenigen Tagen unterzeichneten fast 5.300 Wissenschaftler den Internet-Notruf "Die öffentliche Forschung geht unter", weitere 2.600 Hochschulangehörige stellten sich bis zum Dienstag hinter zwei weitere Appelle zur Stärkung der Forschungsförderung.

Es gebe unzweifelhaft "Schwierigkeiten in den Labors", sagte Forschungsministerin Claudie Haignere dem Pariser "Figaro" (Dienstag-Ausgabe). Zugleich wandte sie sich gegen Versuche der sozialistischen Opposition, die Unzufriedenheit der Forscher zu parteipolitischen Zwecken auszunutzen.

Streichung von Stellen

In der Petition mit dem größten Rückhalt unter den Forschern (Im Internet: http://recherche-en-danger.apinc.org) wird der rechts-liberalen Pariser Regierung vorgehalten, sie habe die Forschung zwar offiziell zur "Priorität" erklärt, zugleich aber im Haushalt für 2004 die Streichung von 550 festen Stellen vorgesehen.

Haignere erläuterte, Forscher müssten nicht unbedingt feste Stellen haben, in den häufig als Vorbild zitierten USA seien Zeitverträge üblich. Unter den Unterzeichnern der Petitionen sind einige international bekannte Forscher und dutzende Institutsleiter, die bei Nichtbeachtung ihrer Forderungen mit Rücktritt drohten. In Frankreich gibt es rund 105.000 Forscher auf öffentlich finanzierten Stellen, einschließlich der privaten Forschung rund 191.000. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.