Neue Messe mit ISDN und Kindergarten

14. Jänner 2004, 16:04
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Mit modernster Infrastruktur will die Wiener Messe eine neue Zielgruppe erreichen

Wien - "Nicht von der Größe her, aber was die Qualität betrifft, sind wir jetzt im Spitzenfeld der Welt", beurteilt Wiens Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP) die neuen Wiener-Messe-Bauten im Prater. Und mit diesem "neuen Typ eines Kongress- und Messezentrums" hofft der "Reed Exhibitions Messe Wien"-Chef Johann Jungreithmair vor allem auf die EU-Erweiterung. Man habe bereits in den neuen EU-Ländern mit Roadshows geworben und Agenturen beauftragt, auf dass diese Aussteller nach Wien locken.

Ein Startvorteil sei dieser nun um 192 Millionen Euro in nur zweieinhalb Jahren fertig gestellte Messe-Neu- und Umbau jedenfalls, so Rieder. Man müsse bedenken, dass etwa Köln erst jetzt die Erneuerung seines Messegeländes plane.

Moderne Infrastruktur

Punkten will Wien nun mit der neuen, einem modernen Ausstellungs- und Kongressbetrieb entsprechenden Infrastruktur. "In den neuen Hallen gibt es alle acht Meter nicht nur Wasser- und Strom-, sondern auch ISDN-Anschlüsse", erläutert Rudolf Mutz, Direktor der Messe-Besitz-Gesellschaft.

Bei aller Großzügigkeit sei aber auch auf das menschliche Maß geachtet worden, so Mutz. Sämtliche Hallen und Räume können auch in kleinere Einheiten unterteilt werden. Auch gebe es jetzt "mehrere kleinere Cafés und keinen großen Abfütterungssaal".

Was Mutz fast das Wichtigste ist: Der neue Messe-Kindergarten. "Ich habe mir gedacht, wenn das Ikea schon vor 15 Jahren geschafft hat, dann muss das doch bei uns jetzt auch möglich sein."

35 Veranstaltungen heuer bereits fix

Für heuer wurden bereits 35 Messeveranstaltungen fixiert, die 6000 Aussteller mit rund 25.000 Mitarbeitern und 800.000 Besucher aufs neue Gelände bringen sollen. Bürgermeister Michael Häupl und Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig haben dabei vor allem die Nebeneffekte im Auge: rund 120 fixe Arbeitsplätze, dazu etwa 250 temporäre Jobs pro Veranstaltung; bis zu 100.000 Nächtigungen pro Jahr. Der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt: pro Jahr rund 70 Mio. Euro.

Und dann mag noch Architekt Gustav Peichl Launiges zu seinem Werk abgeben. Er sei "für Lob unbegrenzt aufnahmefähig", forderte er auf. Allerdings sei es "mit dem Bauen in Wien nicht immer leicht". Es sei denn, man bekommt wie Peichl einen derartigen Großauftrag ohne Wettbewerb freihändig vergeben. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.1.2004, frei)>

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