Eine bedrohte Art: Sand live

13. Jänner 2004, 20:16
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Martialische Klänge der britischen Band sind am Donnerstag im Chelsea zu vernehmen

Eine bedrohte Art von Musik pflegt die britische Band Sand. Deren martialische Klänge haben ihren Ursprung in den 80er-Jahren, als Formationen wie die New Yorker Swans, Foetus, die frühen Sonic Youth oder in Europa die Einstürzenden Neubauten darangingen, am damals herrschenden Yuppie-Zeitgeist einen akustischen Exorzismus zu vollziehen.

„Öffentliche Kastration“ schien den Swans „eine gute Idee“, die „brennende Seele“ versuchten die Neubauten zu formulieren. Industrial Music nannte man das trotz begrifflicher Unschärfe, und zumindest der Lärm erinnerte tatsächlich an Industrieanlagen.

Sand, die sich mit Alben wie Beautiful People Are Evil in diese Tradition stellen, können auch so lärmen – wenn sie wollen. Zwischen schweren Gitarrenwällen und harschen Rhythmen macht sich jedoch eine Neigung zu Melodien, zu großen, emotional aufgeladenen Gesten bemerkbar.

Am Donnerstag treten Sand im Wiener Chelsea an. Zuerst allein, dann versucht man sich als Backing Band des Bar- Crooners Louie Austen. Wie dessen Glamour mit der Trümmerästhetik von Sand korrespondiert, dürfte spannend werden. (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 14.1.2004)

15. 1., 21 Uhr
Chelsea
1080 Wien
8., Lerchenfelder Gürtel, Bögen 29–32. Beginn 21.00
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