LA: Bleibt alles gar nicht anders

17. Jänner 2004, 23:09
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Speerwerfer Högler hört auf, Sprinterin Mayr-Krifka probiert Neues

Wien – Was lange währt, wird endlich gut, was zu lange währt, droht irgendwann nichts mehr zu werden. So denkt Karin Mayr-Krifka, die schnellste Österreicherin über 100 Meter (11,15), sie hat vor kurzem einen Schnitt in ihrem Sprinterleben vorgenommen und sich von Langzeitcoach Walter Hable getrennt.

In den vergangenen vier Monaten hat die 32-Jährige je eine Woche in einem Trainingslager in der Ortschaft verbracht, gecheckt hat ihr die Gelegenheit der Leichtathletikmanager Robert Wagner, der unter anderem Sprintweltmeisterin Kelli White (USA) betreut. Wagner denkt wie Mayr-Krifka und sagt: "In den letzten Jahren ging bei Karin kein Schritt mehr vorwärts."

In letztgenannte Richtung soll es jetzt aber endlich gehen, das Ziel bei den Großereignissen 2004 (Hallen-WM, Olympia) ist umrissen: "Nicht nur bei Staatsmeisterschaften österreichische Rekorde laufen, sondern auch bei einer WM oder Olympia." Helfen dabei soll der von Wagner aufgestellte Engländer Malcolm Arnold, der war bis 2000 Cheftrainer der britischen Leichtathleten und betreut heute unter anderem Kapazunder wie Jason Gardener (60-m- Hallen-Europameister 2000 und 2002). In Bath betreibt Arnold heute ein eigenes Leistungszentrum, in dem nach seinen Lehren geübt wird. Umfeld und Zirkel "Eine schlimme Zeit" sei der Anfang dort gewesen, sagt Karin Mayr-Krifka, "weil plötzlich alles anders war als bisher." Neues Umfeld, neue Leute, neue Trainingsmethoden. "Andere Distanzen, weniger Gewichte, viel mehr Zirkel, statt zehn Einheiten nur sechs und so weiter."

Mittlerweile überwiege aber der Spaß an der neuen Erfahrung, heute sagt Mayr-Krifka Sätze wie: "Ich kann anderen Athleten nur empfehlen: Geht einmal ins Ausland und schaut euch das an." Die englischen Wochen sind vorläufig passé, die Wettkampfvorbereitung findet ab jetzt in Wien statt. Erstmals antreten wird Mayr-Krifka beim Saisonauftakt am 24. Jänner in Glasgow über 60 und 200 Meter, "und dann werden wir sehen, wie ich das Training verkraftet habe".

Högler: "Sehe keine Chance mehr"

Ein anderer heimischer Leichtathlet hat seine Ambitionen aufgegeben, der Speerwerfer Gregor Högler beendet seine Laufbahn. Der 31-jährige Wiener war in den vergangenen Jahren oft verletzt, nach einer neuerlichen Schulterblessur will er nicht mehr: "Ich sehe keine Chance, mich für Athen zu qualifizieren." Zu den Highlights in Höglers Karriere zählen die Olympia- Teilnahme 2000 (Platz 17), jeweils zehnte Ränge bei WM (1997) und EM (1998) sowie der Militär-WM-Titel 2001. (Klaus Stimeder, DER STANDARD PRINTAUSGABE 14.1. 2004)

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    Österreichs schnellste Sprinterin Karin Mayr-Krifka verändert ihre Trainingsmethoden, Hilfe kommt von der britischen Insel.

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