Bericht: Öl-Einnahmen in Angola verschwunden

17. Jänner 2004, 18:10
4 Postings

Verbleib von 4,22 Milliarden Dollar ungeklärt - Human Rights Watch wirft Regierung Korruption vor

Johannesburg - Von 1997 bis 2002 sind in Angola laut dem Bericht einer Menschenrechtsorganisation mehr als vier Milliarden Dollar (3,14 Mrd. Euro) staatlicher Öleinnahmen verschwunden. Während das angolanische Volk Not leide, habe die Regierung Angolas dem Verschwinden einer gewaltigen Geldsumme zugesehen, erklärte Arvind Ganesan von der Organisation Human Rights Watch mit Sitz in New York am Dienstag.

Die Regierung von Präsident Jose Eduardo dos Santos nahm zu dem Bericht zunächst nicht Stellung. Regierungsvertreter haben aber wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, dass ein Großteil der Öleinnahmen des Landes in den Taschen korrupter Beamter verschwinde. Human Rights Watch beruft sich auf eine Analyse von Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Demnach ist der Verbleib von 4,22 Milliarden Dollar aus dem Ölgeschäft ungeklärt, das entspricht 9,25 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts. Die Organisation warf der Regierung, die seit der Unabhängigkeit des Landes von Portugal 1975 von derselben Partei gebildet wird, Korruption und Missmanagement vor.

Millionen Angolaner leben in Armut, fast die Hälfte der 7,4 Millionen Kinder des Landes leidet nach UNO-Angaben an Unterernährung. Angola ist nach Nigeria der größte Ölexporteur in Afrika südlich der Sahara. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Präsident Angolas, Jose Eduardo dos Santos, nahm zu den Vorwürfen bisher nicht Stellung.

Share if you care.