Wettbewerber melden Bedenken gegen Musikfusion Sony BMG an

21. Jänner 2004, 16:07
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Universal Music und EMI befürchten wettbewerbsbeherrschende Stellung

Gegen die geplante Fusion der Musikgiganten Sony und Bertelsmann regt sich Widerstand der Konkurrenz. Wettbewerber wie Weltmarktführer Universal Music und EMI, weltweit Nummer drei, hätten Bedenken gegen das Joint Venture angemeldet, schreibt die "Financial Times" in ihrer neuesten Ausgabe. Sie befürchten eine wettbewerbsbeherrschende Stellung des neuen Unternehmens Sony BMG, das knapp hinter Universal weltweit zur Nummer zwei werden würde.

Fusion angemeldet

Derzeit ist die Bertelsmann-Musik-Sparte BMG das kleinste der fünf führenden Unternehmen auf dem Musik-Weltmarkt, Sony ist bereits jetzt zweitgrößte Plattenfirma. Bertelsmann und Sony hatten die Fusion am Freitag vergangener Woche bei den Wettbewerbshütern der Europäischen Union in Brüssel angemeldet.

Die Konkurrenz - neben den weltweit agierenden Konzernen auch eine große Zahl kleinerer, unabhängiger Musikverlage - argumentiere, das neue Unternehmen könnte konzerninterne Synergien zum Ausbau seiner Stellung im Wettbewerb nutzen, schreibt die Zeitung weiter. Musikstars würden etwa von der Bertelsmann-Fernsehsparte RTL bekannt gemacht und ihre Musik dann über das Label Sony BMG vermarktet.

"Sony BMG wird den weltweiten Wettbewerb beleben"

Ein Bertelsmann-Sprecher dementierte am Dienstag solche Absichten. Das neue Unternehmen werde innerhalb des Konzerns völlig unabhängig und nach Marktgrundsätzen arbeiten. Dies entspreche den Unternehmensprinzipien von Bertelsmann. "Sony BMG wird den weltweiten Wettbewerb beleben", sagte er. Das neue Unternehmen, das beiden Mutterhäusern je zur Hälfte gehören soll, werde sich darauf konzentrieren, Künstler zu entwickeln und in den Markt zu bringen.

Die EU-Kommission bestätigte am Dienstag den Eingang der Anmeldung zum Fusions-Kontrollverfahren. Die Wettbewerbshüter müssen nun bis zum 12. Februar entscheiden, ob es zu einer vertieften Prüfung des Vorhabens kommt. In diesem Fall würde sich dann nochmals eine Detailbetrachtung von vier Monaten Dauer anschließen. BMG und Sony hatten ihre Fusionsabsichten im November bekannt gegeben und am 12. Dezember den Verschmelzungsvertrag unterzeichnet. (APA/dpa)

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