"Reform" ist der häufigste Vorschlag für das deutsche "Unwort des Jahres"

14. Jänner 2004, 09:31
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Bisher 2.215 Zuschriften - Entscheidung am 20. Jänner

Deutschsprachige in der ganzen Welt waren aufgefordert, das "Unwort des Jahres 2003" zu suchen. Am häufigsten wurde "Reform" vorgeschlagen. Dabei wurde es oft in zusammengesetzten Wörtern genannt, etwa als "Gesundheitsreform", "Hartzreform" oder "Steuerreform", wie der Sprecher der Unwort-Jury, Horst Dieter Schlosser, am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Auf Platz zwei der am häufigsten vorgeschlagenen Begriffe kam "Kopfgeld" gefolgt von "friendly fire". Bei der Wahl des "Unworts" entscheidet allerdings nicht die Häufigkeit eines genannten Begriffs.

"Sachlich grob unangemessen"

Gewählt werden Wörter oder Formulierungen, die nach Ansicht der Jury "sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen". Damit hätten auch seltener vorgeschlagene Wörter eine Chance wie "Abweichler" für Abgeordnete, die sich keinem Fraktionszwang beugen. Andere Beispiele seien "gefühlte Inflation" für horrende Teuerungen oder "Tätervolk" für die Diskriminierung eines ganzen Volkes, sagte der Sprachwissenschaftler.

2.215 Zuschriften gingen bei der 13. Unwort-Suche ein, fast so viele wie im Spitzenjahr 1995 (2.346). Die Jury hat die Wahl zwischen ungewöhnlich vielen verschiedenen Vorschlägen: 1.160 unterschiedliche Formulierungen wurden eingesandt. Die Entscheidung wird am nächsten Dienstag (20. Jänner) in der Frankfurter Universität bekannt gegeben.

Die Jury setzt sich aus vier Sprachwissenschaftern und zwei jedes Jahr wechselnden Sprachpraktikern zusammen. An der Entscheidung sind diesmal auch der ARD-Journalist Reinhold Beckmann und der Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller, Fred Breinersdorfer, beteiligt. (APA/dpa)

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