Exportschlager Milch

14. Jänner 2004, 15:10
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Heimische Milchprodukte fanden 2003 einen Rekordabsatz - Außenhandelssaldo verbessert sich auf 200 Millionen Euro

Wien - Die österreichische Molkereiwirtschaft hat 2003 eine deutliche Exportsteigerung auf ein neues Rekordhoch erzielt. Die Exporte von Milchprodukten stiegen wertmäßig von Jänner bis September 2003 um 10 Prozent auf 494 Mio. Euro, während sich die Importe um 16 Prozent auf 293 Mio. Euro erhöhten. Der positive Außenhandels-Saldo stieg im Milchbereich damit weiter um 2 Prozent auf 200 Mio. Euro, zitiert die Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) eine Analyse der Außenhandelszahlen der Statistik Austria.

Starke Zuwächse wurden besonders bei den Lieferungen von verarbeiteten Molkereiprodukten wie Joghurt, Käse und Milchdrinks erzielt, der Anteil von Tankmilchexporten an den Gesamtausfuhren reduzierte sich hingegen stark, so die VÖM am Dienstag in einer Pressemitteilung weiter. Der Anteil von Tankmilch am Wert der gesamten Molkereiprodukt-Exporte sank 2003 von 50 Prozent im Jahr 2000 auf 27 Prozent.

Alles Käse

Die Exporte von gesäuerten und fermentierten Milchprodukten (Joghurt, Rahm, Milchdrinks) stiegen mengenmäßig um 20 Prozent auf rund 85.000 Tonnen und wertmäßig um ein Drittel auf knapp 87 Mio. Euro. Die Käseexporte legten auf hohem Niveau mengenmäßig um knapp 9 Prozent auf 62.000 Tonnen und wertmäßig um 15 Prozent auf 213,5 Mio. Euro zu. Käse macht immer noch den größten Teil des Werts der österreichischen Milchexporte aus.

Die Einfuhren von Käse stiegen hingegen um 13 Prozent auf 57.000 Tonnen, von Butter um 23 Prozent auf 8.000 Tonnen. Diese Zunahmen sind laut VÖM vor allem auf die Handelsmarkenpolitik des Lebensmittelhandels zurückzuführen. Die Preise von Importkäse und -butter seien demnach auch geringer als bei den entsprechenden österreichischen Exporten.

EU-Länder Hauptabnehmer

93 Prozent der heimischen Milchprodukt-Exporte gingen in EU-Länder, auch 90 Prozent der Importe kamen von dort. Die Ausfuhren in Mittel- und Osteuropäische Länder (MOEL) machten nur 1,4 Prozent des Werts der Gesamtexporte aus, bei den Importen betrug der entsprechende Anteil 2,5 Prozent. Die Einfuhren aus den MOEL konnten auch auf Grund des geringen Preisniveaus und der geltenden Außenhandels-Regelungen ("Doppel-Null-Abkommen") erhöht werden.

Durch die EU-Erweiterung würden Beitrittsländer insbesondere auf den bestehenden EU-Märkten künftig als Konkurrenten auftreten, fürchtet die Milchwirtschaft. Die Wettbewerbsfähigkeit der Milchverarbeiter müsse daher durch entsprechende Rahmenbedingung gewährleistet werden. Die "Exportoffensive 1-24" des Landwirtschaftsministeriums, der Wirtschaftskammer und der AMA sei daher zu begrüßen. Von den von der Regierung für die Exportoffensive zur Verfügung gestellten 50 Mio. Euro sollte ein entsprechender Anteil für den Lebensmittelbereich bereitgestellt werden, fordert die Milchwirtschaft. (APA)

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    Schaumelken am Tirolerhof im Tiergarten Schönbrunn - Der Großteil der Milch wird auch in Österreich maschinell gemolken

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