Novell bietet Schutz vor SCO

25. Jänner 2004, 16:02
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Softwarekonzern zahlt seinen Linux-KundInnen bis zu 1,5 Millionen US-Dollar im Falle eines Rechtsstreits – Kauf von SUSE abgeschlossen

Der Softwarehersteller Novell bietet seinen Linux-KundInnen nun Schutz gegen juristische Angriffe von Seiten des angeblichen Unix-Rechteinhabers SCO. Bis zu 1,5 Millionen US-Dollar – oder dem 1,25-fachen Wert des Softwareeinkaufes - will der Konzern im Rahmen eines "Indemnification Programs" für juristische Streitigkeiten bereitstellen.

Absicherung

Mit dem neuen Angebot will Novell verhindern, dass auf potentielle KundInnen von Seiten SCOs Druck ausgeübt werden kann, wodurch die Verbreitung von Linux behindert werden könnte. Novell ist zwar nicht die erste Firma, die ihren KundInnen solchen Schutz anbietet, allerdings wird der Firma durch ihre spezielle Position in diesem Streit – Novell erhebt selbst Anspruch auf zahlreiche Unix-Rechte – besondere Bedeutung zugemessen.

SUSE=Novell

Gleichzeitig wurde am Montag die Übernahme von SuSE Linux abgeschlossen. 210 Millionen US-Dollar hat Novell für den Linux-Distributor springen lassen, im Gegenzug gab es dafür ein 50 Millionen US-Dollar schweres Investment von IBM beim Softwarehersteller.

Komplettes Linux-Angebot

Nach der Übernahme des Linux-Spezialisten bietet Novell ein komplettes Linux-Angebot vom Unternehmensserver bis zum einzelnen Computerarbeitsplatz aus einer Hand an. Das Unternehmen will damit eine weitere Stärkung des Geschäfts mit Linux sowie eine bessere Stellung gegenüber dem Hauptkonkurrenten und Erzrivalen Microsoft gewinnen. Das Stammprodukt von Novell, die Netzwerk-Software "Netware", hatte Ende der achtziger Jahre noch den Markt dominiert. In den neunziger Jahren wurde Novells Marktanteil dann zunehmend durch die "Windows-NT"-Systeme von Microsoft verdrängt.

400 Mitarbeiter

Mit seinen rund 400 Mitarbeitern gilt SuSE Linux als einer der führenden Anbieter von Software und Dienstleistungen rund um Linux. Das im Jahr 1991 von dem Finnen Linus Torvalds programmierte Betriebssystem wird von Microsoft-Gründer Bill Gates als die größte Bedrohung der Vorherrschaft des Microsoft-Systems Windows angesehen. (apo/APA)

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