Studie zu Viagra im Internet: Informationen unvollständig und ungenau

19. Jänner 2004, 17:31
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Forscherteam der Universitätsklinik Heidelberg: "Der Nutzer ist dadurch gefährdet"

Informationen zu Viagra im Internet sind meistens unvollständig und ungenau. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, die 303 Homepages zum Potenzmittel Viagra untersucht hat. "Schlechte Informationen zu Arzneimitteln im Internet sind ein Sicherheitsrisiko. Der Nutzer ist dadurch gefährdet", meinte dazu Walter Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin, Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemologie am Klinikum Heidelberg. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des "British Journal of Clinical Pharmacology" erschienen.

Angaben zur täglich erlaubten Dosis

Die untersuchten deutschen, englischen, französischen und italienischen Homepages boten nicht nur Informationen zum Thema, sondern zum Teil auch den Online-Versand von Viagra an. Die Wissenschaftler bemängelten vor allem die Angaben zur täglich erlaubten Dosis und der Einnahme-Frequenz. Auch auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wurde oft nur unzureichend eingegangen. Bei einem Drittel der Homepages fehlte der Hinweis, dass das Mittel eine Stunde vor der erwünschten Wirkung eingenommen werden muss.

Einfach anwendbare Qualitätsmarker

Für medizinische Laien ist es oftmals schwierig festzustellen, ob der Informationsgehalt einer medizinischen Homepage seriös ist. "Wir haben nachgewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit medizinisch korrekter Angaben mit der Nennung wissenschaftlicher Literaturquellen assoziiert ist, so dass nun auch für Laien einfach anwendbare Qualitätsmarker zur Verfügung stehen", bemerkte dazu Haefeli. Für verschreibungspflichtige Medikamente seien zudem Informationen über die Zulassungsbehörden ein wichtiger Qualitätsindikator.

Enttäuscht waren die Wissenschaftler, als sie die Betreiber der mangelhaften Homepages zur Nachbesserung bewegen wollten. Per E-Mail hatten sie Dutzende Webmaster angesprochen, die Homepages blieben jedoch in aller Regel unverändert. (APA)

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