Und jeder sucht sein Fäustchen

13. Jänner 2004, 21:01
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Fäuste sind wie Gesichter: Keine gleicht der anderen. Meinen zumindest Vesna Tusek und Kristine Tornquist. "Wenn man Menschen nur aus der Vogelperspektive sieht, ist es ja auch unmöglich, sie voneinander zu unterscheiden." Dass die beiden Künstlerinnen mit dieser These Recht haben, bewiesen sie bei der Eröffnung der Ausstellung "dingfest" im pogmahon.art.club , einer kleinen Galerie im früher als Backstube genutzten Hintertrakt der Bäckerei Notz in der Neustiftgasse: Während die Faust- und Unterarmmodels - unter anderen der Filmemacher Florian Flicker, der Komponist Adrian Vonwiller der Fotograf Mario Rott - planlos durch den Wald von Unterarmskulpturen wanderten, hatten die Künstlerinnen kein Problem, jede Faust zuzuordnen. Wobei das nicht ganz ohne Missverständnisse ablief: Tornquist meinte, am leichtesten jene Faust zu erkennen, die "ich ständig vor Augen habe, nämlich die meines Freundes". Das sei, betonte sie aber, als sie die ersten fragend-entsetzten Blicke trafen, wirklich keineswegs so gemeint, wie es vielleicht geklungen habe. (Der Standard, Printausgabe, 13.01.2004)
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    foto: rottenberg
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