Ein Geheimnis, das kein wirkliches mehr ist

14. Jänner 2004, 13:40
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VP-Lopatka: "Sehr positive Wortmeldungen von Vorstandsmitgliedern für Außenministerin"

Wien - Geplant war es wohl so: Die ÖVP präsentiert ihren Kandidaten, der wohl eine Kandidatin ist, für die Bundespräsidentenwahl. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner sagt Ja. Ein Unterstützungskomitee tritt auf.

Gekommen ist es ganz anders. Im ÖVP-Vorhof ging es einigen anscheinend etwas zu langsam, und so schritt ein Personenkomitee hinter Licht-ins-Dunkel-Initiator Kurt Bergmann schon letzten Freitag zur Tat - und präsentierte sich als Unterstützungstruppe "für Benita".

Positives

In der ÖVP war man von der Tempoüberschreitung überrascht, wenn nicht überrumpelt. Übers Wochenende hat sich das gelegt. VP-Generalsekretär Reinhold Lopatka sagt im STANDARD-Gespräch: "Ich war deswegen nicht so überrascht, weil ich aus allen Bundesländern immer wieder sehr positive Meinungen von Persönlichkeiten über die Frau Außenministerin gehört habe. Überraschend war, dass sich so schnell ein so hochkarätiges Komitee gefunden hat."

Und er sieht etwas Positives an der Situation: "Entweder man ist ein reiner Parteikandidat, der von der Partei aufgestellt und präsentiert wird, wo die Partei das Ein und Alles ist. Das ist das Modell Fischer. Oder es gibt Persönlichkeiten, die jemanden unterstützen. Die werden sich nicht von einem Parteisekretariat Vorschriften machen lassen."

Dass das Komitee Fakten geschaffen hat, die die ÖVP, sollte sie insgeheim mit einem Überraschungskandidaten geliebäugelt haben, ohne Brüskierung der Ministerin nicht mehr ignorieren kann, sieht Lopatka gelassen: "Der ÖVP-Vorstand wird am Donnerstag, wie lange geplant, eine Entscheidung treffen. Niemand kann die Entscheidung dieses Gremiums vorwegnehmen. Weder ein Personenkomitee noch einzelne Parteivorstandsmitglieder."

Beruhigend für die Kandidatin in spe: "Es gibt schon eine Reihe sehr positiver Wortmeldungen von Parteivorstandsmitgliedern für die Außenministerin." Das wird wohl kein Zufall sein. (nim/DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2004)

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