Der "Ring"-Zyklus als Fixpunkt in Erl

16. Jänner 2004, 12:31
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"Erl war nie als Wagner-Festspiele gedacht", zeigte sich der Festspielleiter jedoch erfreut

Innsbruck - Das Werk Richard Wagners und das große romantische Orchester sollen auch weiterhin Fixpunkte bei den Tiroler Festspielen Erl sein, erklärte der Leiter und Festspielbegründer Gustav Kuhn am Montag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Daneben soll es "zeitgenössische Pendants" geben. Bei den diesjährigen Festspielen vom 10. bis 22. Juli steht erneut der Ring des Nibelungen in zwei Zyklen auf dem Programm.

Größte Nachfrage für "Walküre"

"Erl war nie als Wagner-Festspiele gedacht", sagte der Dirigent. Er zeigte sich jedoch erfreut über die Entwicklung. 44 Prozent der Karten für den Ring seien bereits verkauft worden. Die größte Nachfrage mit 52 Prozent gebe es dabei für die Walküre. Als "völlig unverzichtbar" bezeichnete Kuhn das Passionsspielhaus mit seinen 1.500 Sitzplätzen und der "hervorragenden" Akustik, das "immer mehr zum Festspielhaus wird". Als Schwerpunkte im Programm hätten sich die klassische und die zeitgenössische Musik des 21. Jahrhunderts bewährt, bilanzierte Kuhn.

"Den Ring um des Ringes willen wird es sicher nicht geben"

"Der Ring ist das Produkt konsequenter Arbeit", erklärte der Festspielleiter. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die "gute" Entwicklung des 120 junge Mitglieder umfassenden Orchesters. Dieses sei eine Voraussetzung, um Wagner überhaupt in Erl spielen zu können, meinte Kuhn. Von Seiten des Landes gebe es allerdings "Überlegungen", das Budget der Festspiele um 157.000 Euro zu kürzen. Ob der Ring-Zyklus auch 2005 in Erl aufgeführt wird, wollte Kuhn noch nicht sagen: "Nur den Ring um des Ringes willen wird es sicher nicht geben".

Andere Pläne Kuhns

Für Bozen und Toblach hat Kuhn unterdessen ein neues Festival unter dem Namen "Wintermezzo" gegründet. Es findet heuer vom 25. Dezember 2004 bis 9. Jänner 2005 statt. Geplant sind bis zu drei Opernproduktionen im neuen Stadttheater von Bozen, Konzerte im Haydn Auditorium und im Gustav Mahler Konzertsaal im Kulturzentrum des Grand Hotels in Toblach.

Für Ostern 2004 hat Kuhn zudem für Bozen, Rovereto und Trient ein Festival in Zusammenarbeit zwischen dem Haydn Orchester, dem Museum MART und dem neuen Stadttheater in Bozen geplant. Im Zentrum steht zeitgenössische Musik. (APA)

Tiroler Festspiele Erl
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Tiroler Festspiele

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