1.539 Anzeigen in vier Tagen

25. Jänner 2004, 19:48
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Nur 90 von 2.243 kontrollierten Lkw völlig in Ordnung - Gorbach kündigt Aufstockung des Kontrollpersonals im ersten Halbjahr an

Wien - Schwere Mängel bei in- und ausländischen Lastwagen auf Österreichs Straßen haben die ersten verschärften Lkw-Kontrollen von Mittwoch bis Samstag ergeben. Von 2.243 Lkw, die im Zuge der "Aktion Scharf" gegen den Lkw-Verkehr wegen auffälligen Aussehens angehalten wurden, waren gerade einmal 4 Prozent oder 90 Lkw völlig in Ordnung, bilanzierte Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) am Montag.

Ein Unterschied bei den technischen Standards zwischen in- und ausländischen Lkw konnte laut dem Leiter der Kontrollaktion, Walter Nissler, nicht festgestellt werden.

Bei 359 Lenker "Gefahr in Verzug"

Insgesamt wurden 1.539 Anzeigen ausgestellt, davon 217 wegen Übertretungen bei den Lenk- und Ruhezeiten. Bei den Fahrzeugen wiesen 45 Prozent schwere, 35 Prozent leichte Mängel auf. 359 Lenker mussten wegen "Gefahr in Verzug" Mängel unverzüglich beheben oder die Nummerntafeln wurden sofort abmontiert.

Gorbach hat nach der ersten Schwerpunktaktion nun eine Verstärkung des Kontrollpersonals angekündigt. Die insgesamt 17.000 Lkw-Kontrollen des Vorjahres sollen laut Gorbach (F) heuer mehr als verdoppelt werden.

"Es ist uns ernst"

"Die Transporteure wissen nach dieser Kontrollaktion: Es ist uns ernst damit, dass Schrott-Lkw auf unseren Straßen nichts zu suchen haben", erklärte Gorbach. Im 1. Halbjahr 2004 sollen laut Verkehrsminister die "personellen und technischen Ressourcen des BMVIT sukzessive aufgestockt" werden, um während des ganzen Jahres "laufend bestmöglich einen sicheren Lkw-Schwerverkehr unter ebenso strenger Einhaltung der Umweltstandards zu erreichen".

Die Kontrollen vergangene Woche sind laut Nissler "bestens gelaufen", die Zusammenarbeit zwischen Kontrolleuren der Bundesprüfanstalt sowie der Exekutive und der Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag habe sehr gut funktioniert. Die Lkw-Lenker, die nicht selber im Besitz des von ihnen gefahrenen Lkw waren, hätten durchaus Verständnis für die Kontrollen gezeigt und diese als Tagesgeschäft betrachtet. Einige waren laut Nissler sogar froh, dass nun Mängel endlich behoben wurden.

Frächter: "Willkür Tür und Tor geöffnet"

Kritik von Seiten der Frächtervertreter, wonach es keine einheitlichen Kontrollen gäbe und Willkür "Tür und Tor geöffnet" sei, weist Nissler zurück. Überprüft werden der technische Zustand des Lkw, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, die Bezahlung der seit Jahresbeginn 2004 geltenden Lkw-Maut, die sichere Verwahrung der Ladung und die Einhaltung der sozialrechtlichen Bestimmungen. Für die Kontrollen gäbe es eine klare gesetzliche Regelung und zusätzlich noch ein Handbuch, das von der Wirtschaftskammer mit erstellt wurde, so Nissler.

Die Kontrollen würden jedenfalls täglich weiter gehen, wenn auch nicht in dem Umfang der letzten Tage. So seien heute an mindestens sechs Stellen Kontrollzüge unterwegs. Auch Schwerpunktaktionen soll es weiter geben. Wann diese stattfinden sollen, wollte Nissler am Montag nicht verraten. (APA)

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