Österreichs Bauwirtschaft brummt

14. Jänner 2004, 15:10
posten

Die heimische Baubranche ist Europameister im Wachstum - Produktionswert wuchs im Halbjahr um zehn, Beschäftigtenstand um vier Prozent

Wien - Deutliche Lebenszeichen hat die lange Zeit marode heimische Bauwirtschaft im vergangenen Jahr von sich gegeben. In den ersten sechs Monaten 2003 hatte Österreich sogar das höchste Produktionswachstum unter allen EU-Ländern einschließlich der Beitrittskandidaten Tschechien, Ungarn und Slowakei aufzuweisen.

Dies geht aus am Montag veröffentlichten Vergleichszahlen der Statistik Austria hervor, die sich freilich nur auf die erste Jahreshälfte beziehen. Laut der Konjunkturerhebung ist der Produktionswert bei 4.400 beobachteten Betrieben in den ersten sechs Monaten um 9,9 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro gestiegen.

Tiefbau im Hoch

Die stärksten Wachstumsimpulse kamen aus dem Tiefbau, wo sich die Produktion gar um 12 Prozent erhöhte. Aber auch der Hochbau befand sich mit einem Plus von 5,7 Prozent im Steigflug. Die Zahl der in der inländischen Branche Beschäftigten stieg demnach um 4 Prozent auf 181.079.

Ganz an der Spitze befindet sich die Alpenrepublik im europäischen Vergleich für das zweite Quartal 2003, in dem der für Österreich erhobene Produktionsindex um 6,7 Prozent wuchs - der EU-weit mit Abstand höchste Wert. Die österreichische Branche überflügelte damit auch die Kollegen aus den EU-Beitrittsländern Tschechien, Ungarn und Slowakei, die Zuwachsraten um die 2 Prozent zu verzeichnen hatten.

In Deutschland brach die Produktion um mehr als 6, die Beschäftigung um beinahe 11 Prozent ein. Das durchschnittliche Wachstum in der EU lag für das zweite Quartal bei mageren 0,7 Prozent.

Erträge weiter unter Druck

Die Erträge der österreichischen Bauwirtschaft dürften sich freilich weiterhin unter Druck befinden. Grund: Die Preise haben - zumindest bis Mitte 2003 - mit den steigenden Kosten nicht Schritt gehalten. "Während das Niveau von Baupreisen und Baukosten im Durchschnitt der EU-15 in den vergangenen Jahren sehr konstant verlief, nimmt die Differenz zwischen Preis- und Kostenniveau in Österreich zu", schreibt die Statistik Austria.

Regional gesehen hat sich im ersten Halbjahr 2003 die Bauwirtschaft am stärksten in Salzburg (+18,7 Prozent) und Wien (+16,7 Prozent) entwickelt, in Tirol schrumpfte sie dagegen um 5,1 Prozent. Der gesamtösterreichische Auftragspolster wuchs bis Ende Juni nur geringfügig, nämlich um 1,2 Prozent auf 5,68 Mrd. Euro. (Schluss)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.