Iraks Ölminister verteidigt Auftragsvergabe nach politischen Kriterien

13. Jänner 2004, 18:32
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Ibrahim Bahr al Ulum: "Wir werden Bedenken haben bei Ländern, die dem irakischen Volk keine helfende Hand entgegen gestreckt haben"

Kairo - Der irakische Erdölminister Ibrahim Bahr al Ulum hat eingeräumt, dass sein Ministerium die Besatzungsmächte und Staaten, die zum Wiederaufbau beitragen, bei der Auftragsvergabe bevorzugt. In einem am Montag veröffentlichten Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" sagte Bahr al Ulum: "Das Ölministerium untersucht derzeit die wirtschaftliche Machbarkeit und die rechtliche Grundlage für Verträge zur Entwicklung der irakischen Ölfelder, die vom abgesetzten Regime abgeschlossen wurden". Dabei werde man die "politische Haltung der Länder in Betracht ziehen, die nicht zum irakischen Wiederaufbau beitragen."

"Wir werden Bedenken haben bei Ländern, die dem irakischen Volk keine helfende Hand entgegen gestreckt haben", fügte der Minister hinzu. Zuletzt hatten zwei Unternehmen mit Verbindungen zur US-Regierung Milliarden-Aufträge zum Wiederaufbau des Irak erhalten. Die beiden kalifornischen Konzerne Bechtel National und Parsons hatten sich gemeinsam um die Instandsetzung von Elektrizitäts- und Wasserversorgung, Straßen und Schulen beworben.

US-Unternehmen mit enger Verbindung zur Bush-Administration haben nach einer Untersuchung die lukrativsten Aufträge im Irak und in Afghanistan erhalten. Die mehr als 70 Firmen mit Aufträgen in einem Gesamtvolumen von acht Milliarden Dollar (rund 6,9 Milliarden Euro) hätten zusammen über 500.000 Dollar für den Wahlkampf von Präsident George W. Bush 2000 gespendet, wie aus einer Studie des "Zentrums für Öffentliche Integrität" hervorgeht. (APA/dpa)

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