London widerspricht Darstellung über frühe Planung des Irak-Kriegs

13. Jänner 2004, 18:32
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Blair-Sprecher zu Vorwürfen von Ex-US-Finanzminister O'Neill: Koalition war zu friedlicher Lösung entschlossen

London/Berlin - Die britische Regierung hat am Montag beteuert, sie sei ebenso wie die USA zu einer friedlichen Lösung der Irak-Krise entschlossen gewesen. Der Krieg sei jedoch leider unumgänglich gewesen, sagte ein Sprecher von Premierminister Tony Blair in London. Er reagierte damit auf eine Erklärung des früheren US-Finanzministers Paul O'Neill vom Wochenende, laut der die Entscheidung zum Krieg bereits zu Beginn der Amtszeit von Präsident George W. Bush im Jänner 2001 fiel.

"Ich glaube nicht, dass jemand die ernsthafte Entschlossenheit der Koalition zu einer friedlichen Lösung in Zweifel ziehen sollte", sagte Blairs Sprecher. "Leider war das nicht möglich." Er wies Berichte zurück, Blair habe sich pessimistisch über die Chancen geäußert, im Irak noch Massenvernichtungswaffen zu finden. Die Alliierten hatten den Krieg vor allem damit begründet, dass der Irak im Besitz chemischer und biologischer Waffen wäre.

Die deutsche Regierung erklärte, sie sei aus guten Gründen gegen den Irak-Krieg gewesen. "Nach dem ersten Schuss hatten wir die Position vieler geteilt, die sagten, jetzt geht es darum, Frieden und Stabilität in der Region zu gewinnen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin, Walter Lindner. "Die Frage, was der Regierung in Washington wann bekannt war, müssen nicht wir, sondern Historiker beantworten."(APA/AP)

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