EU-Kommission setzt Prüfung von PeopleSoft-Kauf aus

19. Jänner 2004, 10:28
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Wettbewerbshüter wollen weitere Informationen beschaffen - Aktienrückkauf geplant

Die EU-Kommission hat ihre Prüfung der geplanten Übernahme des US-Softwareunternehmens PeopleSoft durch den Konkurrenten Oracle ausgesetzt. Mit dem Aufschub solle Zeit für die Beschaffung weiterer Informationen gewonnen werden, teilten die Wettbewerbshüter der Europäischen Union (EU) am Montag anlässlich der Veröffentlichung einer aktualisierten Liste von Übernahmen und Fusionen mit, die von ihr geprüft werden.

Abschluss

Die Untersuchung der geplanten Übernahme sollte ursprünglich am 30. März abgeschlossen werden. Ein neuer Termin werde festgesetzt, wenn die nötigen Informationen vorlägen, hieß es weiter, ohne dass dazu Einzelheiten genannt wurden.

Vorgeschichte

Der SAP-Konkurrent Oracle hat für den kleineren US-Rivalen PeopleSoft ein feindliches Übernahmeangebot über 7,3 Milliarden Dollar (5,69 Milliarden Euro) vorgelegt. Einer Übernahme muss neben der US-Kartellbehörde auch die Regulierungsbehörde der EU zustimmen, weil beide Unternehmen ihre Produkte in Europa verkaufen.

Zentrale Fragen

Die EU-Kommission wollte besonders die Folgen der Übernahme für den Markt für Firmensoftware prüfen, die von multinationalen Unternehmen für die Koordination und Planung ihrer Finanzen, ihrer Personalentwicklung und ihrer Kundenbeziehungen genutzt wird. Zudem interessierte sich die Behörde für den möglichen Einfluss auf den Markt mit relationalen Datenbanken, in dem Oracles eine sehr starke Position hat.

Ambitionen

Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass das US-amerikanische Softwareunternehmen eigene Aktien im Wert von bis zu 200 Millionen Dollar (157 Millionen Euro) zurückkaufen. Der PeopleSoft-Verwaltungsrat habe ein entsprechendes Programm gebilligt, teilte das in Pleasanton (Kalifornien) ansässige Unternehmen am Montag mit. (APA/Reuters)

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