Viel Neues bei Sauber

27. Jänner 2004, 13:44
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C23 mit aktuellen Ferrari-Triebwerken, eigener Windkanal sowie Fisichella und Massa als neue Piloten bei den Schweizern

Salzburg - Mit Ferrari-Power, einem eigenen Windkanal und zwei neuen Piloten will Sauber-Petronas den neuen Herausforderungen in der Formel 1-WM 2004 begegnen. Vor allem der Tatsache, dass Sauber heuer für den neuen C23 erstmals wirklich die aktuellen Ferrari-Motoren bekommt, stimmt Teamchef Peter Sauber zuversichtlich. Als eines von nur noch drei unabhängigen Teams hängen die Trauben im Kampf gegen sieben Werkteams aber natürlich weiterhin hoch.

"Wollen nach vorne"

"Im Vorjahr waren wir mit dem Auto nicht zufrieden. Wir wollen deshalb nach vorne. Wie weit das geht, bestimmt die Konkurrenzfähigkeit der anderen Teams", so Sauber. "Wir wollen aber beweisen, dass wir auch als unabhängiges Team gegen sieben Automobilhersteller bestehen können", nannte der 60-jährige Schweizer am Montag bei der Präsentation des neuen C23 im neuen Hangar-7 von Red Bull auf dem Salzburger Flughafen die Ziele.

Neben den bei Ferrari gebauten und gewarteten Getrieben und (Petronas-)Motoren - und nicht wie bisher die Vorjahres-Modelle - baut man bei Sauber aber auch auf den neuen Windkanal in Hinwil, aus dem spätestens für das erste Europarennen in Imola verbesserte Aerodynamik-Teile kommen sollen.

Näherung ans Optimum

Weil der Windkanal derzeit noch kalibriert wird, hat Technik-Chef Willy Rampf beschlossen, sich dem Konzept des seiner Meinung nach besten Autos anzunähern. Auffallendstes Merkmal des aus dem C22 weiterentwickelten Sauber Petronas C23 ist das kompaktere Heck, das den neuen Zehnzylinder, der heuer ja ein ganzes GP-Wochenende halten muss, beinhaltet. Wirklich spektakuläre Neuerungen wie gibt es nicht.

Ferrari-Motoren, Getriebe und die bauliche Ähnlichkeit sind aber nicht die einzige Nähebeziehung zum großen Bruder aus Maranello. Von Ferrari hat man nach einem Lernjahr als Testfahrer Felipe Massa zurück gelotst. Der 22-jährige Brasilianer hat aber erst 16 GP's auf dem Buckel und soll von dem erfahrenen Italiener Giancarlo Fisichella (123 GP-Rennen) weiter dazu lernen.

Test-Gemeinschaft mit Ferrari

Vielleicht werden sogar beide GP-Piloten heuer für Ferrari Testfahrten durchführen. Denn im Kampf gegen die erwartete Michelin-Überlegenheit scheint Zusammenarbeit bei den Bridgestone-Teams angesagt. "Das Fahrzeug können wir direkt beeinflussen, Fakten wie Motor, Fahrer und Reifen nicht", sagte Peter Sauber und gab zu: "Michelin hat enorme Fortschritte gemacht und für ein kleines Team wie unseres sind Reifentests in großem Ausmaß nicht möglich. Es ist also nur logisch, Ferrari zu unterstützen. Außerdem ist es ein Vorteil, wenn beide Piloten ein Top-Auto testen können."

2004 wird es am GP-Freitag für die Teams außerhalb der Top-Vier der vergangenen Konstrukteurs-WM erstmals möglich sein, ein drittes Auto einzusetzen. Darauf wird Sauber aber verzichten. (APA)

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    Chef Peter Sauber mit seinen Piloten Giancarlo Fisichella (re), Felipe Massa und Testfahrer Neel Jani (li)

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    Chef Peter Sauber mit seinen Piloten Giancarlo Fisichella (re), Felipe Massa und Testfahrer Neel Jani (li)

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