Kolumbien: Misserfolg für Kirche im Kampf um Ingrid Betancourt

14. Jänner 2004, 20:17
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Grüne Präsidentschaftskandidatin nach wie vor in der Gewalt der FARC-Rebellen

Bogota - Kirchliche Vermittlungsbemühungen zur Freilassung der in Kolumbien im Februar 2002 entführten grünen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt sind bisher vergeblich geblieben. Es habe bei den geheimen Verhandlungen zwischen den FARC-Rebellen und der Regierung keine Annäherung der Positionen gegeben, zitierte die französische Tageszeitung "Le Figaro" laut Kathpress am Dienstag Ingrid Betancourts Schwester Astrid. Die Rebellen seien aber offenbar weiter an einer Verhandlungslösung interessiert.

Sprecher der Entführer hätten unterdessen mitgeteilt, Ingrid Betancourt sei bei guter Gesundheit. Die Politikerin ist das prominenteste Entführungsopfer in Kolumbien. Besonders in Frankreich und Belgien wurde ihr Schicksal mit Aufmerksamkeit verfolgt. Von zahlreichen Stadtgemeinden wurde sie nach ihrer Entführung zur Ehrenbürgerin erklärt.

Austausch mit gefangenen Rebellen

Die FARC-Rebellen halten noch mindestens 20 weitere Politiker als Geiseln gefangen, außerdem nahezu 50 Militärangehörige, drei US-Bürger sowie geschätzte 800 Zivilisten. Sie verlangen vor allem einen Austausch mit rund 400 in Gefängnissen einsitzenden FARC-Rebellen.

Zum Jahresbeginn war auch das führende FARC-Mitglied Ricardo Palmera alias Simon Trinidad festgenommen worden. FARC-Vertreter hatten daraufhin zunächst Verhandlungen mit dem Hinweis abgelehnt, diese könnten als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden. (APA)

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    Ein im August vergangenen Jahres veröffentlichtes Video ist das bisher letzte Lebenszeichen von Ingrid Betancourt

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