Wirtschaftstreuhänder sieht Benachteiligung der KMU

13. Jänner 2004, 10:26
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Absenkung des Spitzensteuersatzes von 50 Prozent gefordert

Wien - Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder hat am Montag die in der Steuerreform vorgesehene Senkung der Körperschaftssteuer begrüßt, gleichzeitig aber weitere Steuersenkungen für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) eingefordert. Die geplante Entlastung durch die Steuerreform komme zwar einem Großteil der Österreicher zugute, für rund 85 Prozent der Unternehmen - für die 255.000 KMU - ändere sich aber nichts, betonte der Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Alfred Brogyanyi, in einer Pressemitteilung.

Konkret fordern die Wirtschaftstreuhänder eine Absenkung des Spitzensteuersatzes von 50 Prozent, die in weiterer Folge auch für Expatriates diene, um sich leichter für Österreich als Wirtschaftsstandort entscheiden zu können. Weiters sollte auch die Kreditvertragsgebühr, die eine Belastung der Wirtschaft darstelle, abgeschafft werden.

"Genügend Spielraum"

Dafür gebe es "genügend Spielraum", wenn die im Österreich-Konvent vorgesehene Verwaltungsreform ausreichende Einsparungen bringe: "Bei der Verwaltungsreform ist eine Effizienzsteigerung von zumindest einer Mrd. Euro als weiteres Potenzial für eine Steuerentlastung möglich", so Brogyanyi. Diese Milliarde setze sich aus 300 Mio. Euro bei einer einprozentigen Einsparung bei Transferzahlungen sowie aus 700 Mio. Euro aus einer Effizienzsteigerung bei öffentlichen Leistungen im Ausmaß von zwei Prozent zusammen.

Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder (KWT) ist die gesetzliche Interessenvertretung von rund 6.600 Wirtschaftstreuhändern und 1.700 Selbständigen Buchhaltern. Weiters vertritt die Kammer rund 2.500 Berufsanwärter. (APA)

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